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Gebete

Gebet aus Anlaß einer Novene 


Gott, du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt, weil du willst, dass alle Menschen gerettet werden und das Heil erlangen.

Du hast Männer und Frauen aus unserer Heimat dazu berufen, ihre Heimat zu verlassen und im Geist des Heiligen Benedikt dem koreanischen Volk das Evangelium zu verkünden.

In der Kraft des Heiligen Geistes hast du sie gestärkt, Verfolgung und Entbehrung zu ertragen und bis zur Hingabe ihres Lebens für die Wahrheit des Evangeliums Zeugnis abzulegen.

Auf die Fürsprache von Abtbischof Bonifaz Sauer, Pater Benedikt Kim und ihrer Gefährten bitte ich dich um die Gnade (hier das persönliche Anliegen nennen), wenn die Erhörung meiner Bitte die Vermehrung deiner Ehre fördert und dem Heil meiner Seele dient. Ich bitte dich ferner um die Gnade, in Glaube, Hoffnung und Liebe zu wachsen, in der Nachfolge deines Sohnes auszuharren, in Vereinigung mit seinem Leiden die Härten und Widrigkeiten meines Alltags zu ertragen, die Macht seiner Auferstehung zu bezeugen und so am Ende meines Lebens mit meinen lieben Angehörigen das Ziel meines Lebens in der Herrlichkeit des Himmels zu erlangen.

Amen.

 

Gebet aus Anlaß einer Novene (PDF)


…und wer betet für die Mörder?

Wir freuen uns, dass nun endlich das Lebensopfer unserer Brüder und Schwestern zur Kenntnis genommen und gewürdigt wird, hoffentlich auch bald von der Kirche anerkannt und bestätigt wird. Die Opfer sind geheiligt, sie sind im Himmel, sie haben für Christus und sein Evangelium ihr Leben hingegeben, mehr konnten sie nicht tun, mehr konnten sie nicht geben, darum dürfen wir glauben, dass sie vollendet sind und die Herrlichkeit des Himmels erlangt haben. Das ist die Begründung dafür, dass im Falle eines Martyriums auch kein eigentliches „Wunder“ für den Erfolg eines Seligsprechungsprozesses gefordert ist. Also, für die Opfer ist es kein Problem mehr, wenn man das mal so sagen darf.

Für wen sollten wir beten?

Aber was ist mit den Tätern, den Mördern? Was ist mit den Geschwistern, Familien, Kindern und Nachkommen und Nachfahren jener, die eine so große Schuld auf sich geladen haben? Ich finde: eine Frage, die man stellen darf, besonders dann, wenn wir mit der Einheit der Menschheitsfamilie rechnen. Immerhin sind ja alle Menschen Geschöpfe des himmlischen Vaters, ob sie das nun wissen oder nicht. (Kinder Gottes zu werden, das ist noch mal was anderes, das ist nämlich eine Gnade, die Gott dem dem Menschen im Sakrament der Taufe schenkt.)
Nun wollen wir uns aber nicht snobistisch zurücklehnen. Die Frage ist schon ernst gemeint, es geht um Himmel und Hölle, übrigens nicht nur für uns, sondern jetzt besonders für die Täter. Wenn es so etwas wie einen allgemeinen Schuldzusammenhang und eine Schuldverstrickung aufgrund der menschlichen Ursünde gibt, dann dürften auch wohl die nachfolgenden Generationen der damaligen Mörder von deren Handlungen heute betroffen sein, und nicht nur die, sondern auch das heutige politische System in Nordkorea, welches ja eines der härtesten kommunistischen Systeme der Welt ist. (Das soll freilich nicht heißen, als ob nur dieses sündhaft sei und nicht etwa das kapitalistische System, aber das ist nun mal ein anderes Thema.)

Warum sollten wir beten?

Was bedeutet das für uns als Christen? Als Menschen, die wir wenigstens versuchen, auf das Wort Jesu zu hören?
Was sagt Jesus denn?
„Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch verfolgen“ (Lukas 6, 27.28).
Jesus hat das getan: „Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lukas 23,34).
Und nicht nur Jesus. Sondern auch schon einer seiner ersten Nachfolger, der Diakon Stephanus bei seiner Steinigung durch die Juden: „Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er“ (Apg 7,60).

Wie sollten wir beten?

Vor Gott und im Geheimnis der Kirche gibt es keine Zeit, vor Gott ist alles ewige Gegenwart. Darum können wir uns heute mit den Märtyrern von damals verbinden und für die Täter und Mörder und deren Nachkommen beten, ganz im Sinne Jesu. Und wir wollen das dann auch in der Gesinnung Jesu tun: nicht in hochmütiger Herablassung, sondern aus unserem Herzen und in dem Wissen, das der Glaube uns schenkt, dass auch die Mörder und Täter von damals gleichfalls die geliebten Geschöpfe des einen himmlischen Vaters sind.

Was sollen wir beten?

Man kann den Rosenkranz mit folgenden Einfügungen beten:

  1. der das nordkoreanische Volk durch sein kostbares Blut aus Feindes Hand befreien wolle
  2. der über dem nordkoreanischen Volk die Macht der Finsternis brechen wolle
  3. der das nordkoreanische Volk mit dem Licht des Evangeliums erleuchten wolle
  4. der das nordkoreanische Volk auf den Weg des Friedens führen wolle
  5. der das nordkoreanische Volk mit geistlichen Berufungen segnen wolle

 

  1. Jesus, durch den der Vater alles erschaffen hat
  2. Jesus, der der Bruder aller Menschen geworden ist
  3. Jesus, der das ganze Menschengeschlecht durch sein kostbares Blut erlöst hat
  4. Jesus, der alle Feindschaft überwindet
  5. Jesus, der dem koreanischen Volk Einheit und Frieden schenkt


Ich bezeuge: am 29. Oktober 2007, Fest der Heiligen Erzengel, hat eine Gruppe begonnen, durch neun Tage den Rosenkranz in dieser Intention zu beten.

 

Pater Willibrord Driever OSB
Missionsbenediktiner von St. Ottilien