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Bruder Eusebius (Maximilian) Lohmeier, Misssionsbenediktiner
 

* 12. Februar 1897 in Mering;

† 01. September 1951 im Konzentrationslager Oksadok (Nordkorea)

 

Maximilian Lohmeier wurde am 12. Februar 1897 im schwäbischen Mering geboren. Seine Eltern waren Max Lohmeier, Goldarbeiter, Haus Nr. 205, und Creszentia, geb. Schäffler. Die Mutter wird als „Goldarbeiterwitwe“ aufgeführt, das bedeutet, daß Maximilians Vater vor der Geburt seines Sohnes am 15. Dezember mit 37 Jahren verstorben. Taufzeugen waren Mathias Schmid, königlicher geheimer Registrator im Kriegsministerium München, sein Stellvertreter war Martin Stempfle von Mering. Das Haus Nr. 205 ist heute Herzog‐Wilhelm‐Straße Nr. 1 und wurde noch bis vor einigen Jahren von Frau Stempfle bewohnt. Maximilian war in St. Ottilien Brüderzögling und erlernte das Zimmermannshandwerk. Er trat im Mai 1914 ins Kloster ein, wurde aber im April 1916 zum Heeresdienst einberufen und machte 1916 bis 1918 die schweren Kämpfe in Frankreich mit.

 

Er kehrte zurück ins Kloster und wurde am 21. März 1919, dem Hochfest des Heimgangs des Hl. Benedikt, in das Noviziat aufgenommen und erhielt den Klosternamen Bruder Eusebius. Die erste Profeß, die sog. Zeitlichen Gelübde, legte er am 5. April 1920 ab. Die ewige Profeß folgte am 5. April 1923. Ein Jahr später, am 30. März 1924 wurde er nach S. Benito in Dinalupihan auf den Philippinen ausgesandt. Nach wenigen Monaten, am 3. September 1924 kam Br. Eusebius nach Soul. Das Kloster St. Ottilien hatte 1911 in Seoul ein Kloster mit Handwerkerschule gegründet; diese Gründung wurde im August 1913 zur Abtei erhoben und 1927 nach Tokwon verlegt: dem Ort seines langjährigen und segensreichen Wirkens. Er leitete die Zimmermannsarbeiten beim Bau der Abtei Tokwon und Yenki sowie beim Bau der Kathedrale in Pyongyang.

 

„Im Frühjahr 1927 sodann, sobald der Schnee geschmolzen war, rückte ein chinesischer Bauunternehmer (derselbe, der schon den Aufbau von St. Benedikt in Seoul unternommen hatte) mit 18 Maurern und einer Anzahl Steinmetzen an, die Fundamente für beide Bauten zu legen. Die Fensterstöcke und Türrahmen waren schon den Winter über in der Klosterschreinerei zu Seoul hergestellt worden, so daß Br. Januarius Schrötter nach Eounli übersiedeln konnte, dieselben in den ziemlich rasch zu ansehnlicher Höhe steigenden Bau einzusetzen und die Zimmerfußböden zu legen. Man mußte sich auch mit der Arbeit beeilen, sollten die beiden Bauten bis Mitte November 1927 soweit fertig werden, daß die Klosterfamilie und die Seminaristen aus Seoul nach Eounli‐Tokwon übersiedeln konnten. Bauleiter war der tüchtige Br. Petrus Gernert; Br. Eusebius Lohmeier zimmerte mit seinen Gesellen die zwei Dachstühle und hielt noch Ende des Sommers Richtfest. So nahte allmählich die Zeit, den Umzug einzuleiten, der schließlich am 17. November 1927 erfolgen konnte“ (Quelle, Hwan Gab, S. 95f.).

 

„Sehr schwierig gestalteten sich infolge des vielen Regens die Dacharbeiten. Br. Otto Schweiger, der zu dieser Arbeit eigens von Yenki herunterkam, erschien von Ende April bis Mitte August Tag für Tag, sobald der Regen auch nur ein wenig aussetzte, mit seinen Gesellen, vor allem Br. Vinzenz Fang und oftmals auch unserm Zimmermeister Br.
Eusebius Lohmeier auf dem Dache und hämmerte auf das Blech los, daß den jungen Patres alle Lust zum Studium des Koreanischen verging. Ein bedeutungsvoller Tag war sodann der 5. November, an dem drei Stahlglocken, die kurz zuvor von der Prokura St. Ottilien gekommen waren, in den Turm hinaufgezogen wurden. Etwa 30 Koreaner zogen an den Seilen und unter melodischen Taktgesängen schwebten die Glocken langsam aufwärts; sie fanden ihren Platz in dem neuen Glockenstuhl, entworfen und ausgeführt von unserem Br. Eusebius“ (Quelle, Hwan Gab, S. 98).

 

Das Ende


Mit der Vertreibung der japanischen Besatzer durch die russische Armee hält im August 1945 der Kommunismus auch in Korea Einzug. Da ein neues Nationalgefühl erwachte, nachdem das Joch der Japaner abgeschüttelt war, mussten auch die Missionare als Ausländer empfunden werden, eine Antipathie, die sich auch auf die christliche Botschaft übertrug. Dem tiefen Hass gegen alles Christliche fällt schon 1946 die Nachbar‐Abtei in Yenki zum Opfer. Die Missionare waren in keiner Weise bereit, dem Kommunismus mit Sympathie zu begegnen. Ihre antikommunistische Einstellung konnte nicht geduldet werden. Trotz strenger überwachung und zahlreicher Einschränkungen versuchen die Missionare ihr Werk in Tokwon, so gut es eben geht, fortzuführen.


Im Mai 1949 war es soweit, dass die Kommunisten zum Generalangriff übergingen. Ein gut vorbereitetes Programm war ausgearbeitet und wurde schlagartig ins Werk gesetzt durch die radikale Vernichtung des gesamten Missionswerkes. In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 1949 besetzte die koreanische kommunistische Geheimpolizei das Kloster Tokwon und verhaftete sogleich die Gruppe der Oberen von Kloster und Priesterseminar, zwei Tage darauf den gesamten Konvent: acht Patres, Bruder Eusebius und 21 weitere Brüder und vier koreanische Patres wurden auf Lastwagen verladen und in verschiedenen Gefängnissen der nordkoreanischen Stadt Pyongyang eingeliefert.


In zwei Etappen wurden die Brüder per Eisenbahn in das Internierungslager Tschontschon in der Nähe des Dorfes Oksadok abtransportiert. „Oksadok“ sollte für die Gruppe bis 1953 ihr Leidensort und damit zum Symbol des Martyriums werden. Zwischendurch wird die Gruppe nach Manpo an der mandschurischen Grenze evakuiert; dann müssen sie wieder zurück in das Lager Oksadok; hier stirbt Br. Eusebius am 1. September 1951 an den Folgen der Lagerhaft: Hunger, Erfrierung und Erschöpfung.


„Die Arbeit wird immer härter, die Behandlung noch grausamer der Hunger immer quälender. Wir schweigen, wir dulden, wir beten, wir schreien zum Himmel. Uns sinkt der Mut. Da und dort sitzt einer auf dem Felde auf dem Steinhaufen und weint wie ein kleines Kind, denn die Nerven sind zusammengebrochen. Von den Kommunisten erschossen zu werden, wär ein Glück. Am 1. September 1951 stirbt Br. Eusebius vor Schwäche. Wie haben ihn die Polizisten noch bis zum Schluß geplagt und ihn als Faulenzer beschimpft. Lachend gehen sie über seinen Tod hinweg“ (Quelle, Schicksal in Korea, S. 69f.).

Pater Willibrord Driever OSB, Vizepostulator

 

 

Plan des Lagers Oksadoks

(Plan vergrößern)

 

1954 kehrten die überlebenden in die Heimat zurück und fertigten diese Skizze der Gräber an. (Skizze vergrößern)

 

 

 

Geographic features & Photographs around Oksdaok, in Chang-do, North Korea

 

Oksadok bei Chonchon

 

Zeitungsberichte:

"Tod im nordkoreanischen Arbeitslager. Mission. Der Meringer Bruder Eusebius wirkte als Zimmermann bei der Korea-Mission der Benediktiner. Er starb in einem Arbeitslager", in: Friedberger Allgemeine, Nr. 233 v. 28. September 2009, S. 4: hier

 

"Meringer wird selig. Verfahren für Eusebius Lohmeier ist jetzt angelaufen, in: Friedberger Allgemeine, Nr. 11 v. 15. Januar 2010, S. 4: hier

 

 

Zeugnisse der Verehrung:

Am 1. Mai 2010, dem Hochfest der Patrona Bavaria, hatte die Pfarrei St. Michael zu Mering zu einem festlichen Gottesdienst und zur Enthüllung einer Tafel zum Gedenken an Märtyrer Bruder Eusebius Lohmeier und Pater Wilhelm Dosch eingeladen. Beide stammten aus dieser Pfarrei und waren Missionsbenediktiner von St. Ottilien.

Vizepostulator Pater Willibrord Driever OSB aus St. Ottilien hielt den Festgottesdienst.

In seiner Predigt zeichnete Pater Willibrord ein Lebensbild der beiden Meringer und rief zu einer persönlichen Glaubensentscheidung auf.

In den Fürbitten Fürbitten trugen wir die Anliegen der Kirche und der Welt vor das Angesicht Gottes, beteten für die verfolgten Christen in Nordkorea und in aller Welt und beteten für ein Ende der Korruption auf dem afrikanischen Kontinent und um Wachstum der dortigen Kirche.

Die Enthüllung und Segnung der Gedenktafel wurde in der Presse angekündigt. "Gedenktafel für Meringer Missionare. Segnung nach der Sonntagsmesse, in: Friedberger Allgemeine, Nr. 99 vom 30. April 2010, S. 5: hier

Hier können Sie bilder sehen.

 

 

Steckbrief


Ordensname: Br. Eusebius
Nachname: Lohmeier
Geboren: am 12. Februar 1897
Geburtsort: Mering (Schwaben)
Noviziat: 21. März 1919
Professort: St. Ottilien
Profess: 5. April 1920
Ewige Profess: 5. April 1923
Aussendung: 30. März 1924
Gestorben: am 1. September 1951
Todesort: Konzentrationslager Oksadok
Todesart: Unterernährung

 

 

 


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