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Abtbischof Bonifatius Sauer OSB

* 10. Januar 1877 Oberufhausen; † 7. Februar 1950 Gefängnis Pjöngyang

 

 Lebensbild des Gründers der Benediktinermission in Korea

Nur wenige Wochen nach dem 60. Geburtstag benediktinischer Missionsarbeit im, Land der Morgenstille', dem 13. Dezember 1969, jährte sich zum 20. mal der Heimgang ihres Gründers, ein Abschied, wie keiner seiner Mönche und seiner Christen ihn erwartet hätte. Es folgte niemand seiner Bahre, niemand stand an seinem Grabe, ihm einen Nachruf zu widmen oder auch nur eine Schaufel Erde auf seinen Sarg zu werfen: er wurde abgerufen nicht im Kreis der Seinen, sondern in der Fremde, arm und verlassen, nach monatelanger schwerer Haft dem Hunger, der Kälte und Krankheit erlegen in einem Kerker‐Käfig zu Pyengyang, der roten Hauptstadt Nordkoreas, und dort verscharrt bis heute noch in ungeweihter Erde; ein bittertrauriges Sterben nach einem arbeitsreichen und erfolgreichen Leben, und dennoch ein begnadetes, ein Vorzug: so ganz und gar im Einklang mit dem Tode der meisten seiner Vorgänger im Bischofsamt und Gründer der koreanischen Kirche im vergangenen Jahrhundert, ihrer Märtyrer‐ und Katakombenzeit. Das folgende schlichte Lebensbild will die Erinnerung an diese Persönlichkeit festhalten, an Abtbischof BONIFATIUS SAUER OSB von Tokwon‐Wonsan in Nordostkorea, über ein Menschenalter dort Pionier gewesen für Christi Reich auf Erden.

 

 

(obere Reihe von links nach rechts: Maria Sauer, geb. Schuchert mit Sohn Bernhard, Albert Sauer, Schwester Walburga (Rosa Sauer), Justine Frank, geb. Sauer, Josef Frank.

mittlere Reihe von links nach rechts: Josef Sauer (im Krieg gefallen), Oma Sauer, geb. Bock, Abt-Bischof Bonifacius Sauer OSB;

untere Reihe von links nach rechts: Schwester Siegramm (Paula Sauer), Albert Frank, Schwester Kiliana (Rosa Frank)

 


Eines Tages, noch im letzten Jahr dieses vergangenen, 19. Jahrhunderts pochte ein begabter und strebsamer Jungmann, als Sohn einfacher Landleute im oberhessischen Oberufhausen (Diözese Fulda) am 10. 1. 1877 geboren, aufnahmeheischend an die Pforte des Missionsklosters St. Ottilien.

 

(Das Foto wurde von Familie Hohmann, Ufhausen, der Causa zur Verfügung gestellt und zeigt das Geburtshaus von Josef Sauer.)

 

Er hatte nach Erlangen der mittleren Reife in einem Fuldaer Gymnasium wegen schwerer Erkrankung seines Vaters das Studium unterbrechen müssen und sollte es nachher schwierig finden, es wiederaufzunehmen und zu vollenden. Er hatte es zu Münnerstadt, zu Warburg und schließlich zu Innsbruck versucht, wo man seine Liebe zum Missionsberuf erkannte und ihn nach St. Ottilien wies. Es war wohl kein bloßer Zufall, daß man dort den ernsten und strebsamen jungen Mann gerade als Frater BONIFATIUS am 4. Februar 1900 die Ordensgelübde ablegen ließ. Unterlag es ja kaum einem Zweifel, daß sich der eifrige und gewissenhafte Jungmann schon Jahre zuvor in einsamen Stunden in der Gruft des Domes zu Fulda seinen Ordens‐ und Missionsberuf erbetet hatte am Grabe jenes angelsächsischen Mönches WINFRIED, den als Bischof BONIFATIUS der Hl. Stuhl zu Rom als Reorganisator der Kirchen Germaniens bestellt hatte, ein Werk, das er so erfolgreich durchführen und so glorreich mit seinem Blute unter den Axthieben heidnischer Friesen besiegeln sollte. Unser Frater BONIFATIUS konnte noch im Herbst desselben Jahres 1900 die Maturaprüfung zu Münster in Westfalen nachholen und wurde — philosophische Studien waren schon vorausgegangen - nach drei weiteren Jahren am 2.6. Juli 1903 zu Dillingen zum Priester geweiht. Die gute Begabung und die Treue des jungen Klerikers zu seinen Idealen mochte die Oberen veranlaßt haben, ihm schon bald nach seiner Ordination die Leitung des dortigen (schon im Jahre 1889 gegründeten) Ordens‐Studienheimes anzuvertrauen, nach seinem und Fuldas Schutzpatron St. Bonifatiuskolleg benannt.

(Noch heute wird die Verbindung zwischen dem ehemaligen Kolleg, der Erzabtei und den Schülern in den "Ehemaligentreffen" gepflegt.)


Die ersten 25 Jahre des Bestehens der Benediktinerkongregation für auswärtige Missionen (am 29. Juni 1884 von Rom bestätigt) galten ausschließlich der erstmaligen Missionierung von fast dem ganzen südlichen Drittel der ehemaligen deutschen Kolonie Deutsch‐Ostafrika (heute Tansania) mit dem Schwerpunkt Dar‐es‐Salam. Wiederholt schon hatte die noch junge Missionsgesellschaft einen schmerzlich schweren Blutzoll von Verfolgungsstürmen zu entrichten gehabt, zuletzt noch in der Ermordung des ersten Missionsbischofs von St. Ottilien CASSIAN SPISS OSB und seiner Begleiter im Aufstand vom Sommer 1905. So war es nicht verwunderlich, daß man die zunächst schriftliche (von Rom angeregte) Bitte eines Msgr. GUSTAV MUTEL, Bischofs von Seoul im fernen Korea, um Mitarbeit in seinem weiten, damals noch das ganze Land umfassenden Missionsfeld wegen Personalmangels abschlägig bescheiden mußte. Einer seltsamen Fügung zufolge gelangte aber dieser Entscheid erst lange Monate später in die Hände des Adressaten. So war denn dieser eines Tages oder vielmehr eines Nachts persönlich vor St. Ottiliens Klosterpforte erschienen (er erzählte später öfters launig, wie er - völlig ortsunkundig - durch das einsame Türkenfelder Moor gewandert sei und teils französisch, teils auf Latein mit dem mißtrauischen Pförtner zurechtzukommen gesucht habe), sein Anliegen mündlich vorzubringen. Doch soll darüber P. BONIFATIUS SAUER selber berichten:

 

St. Ottilien„Auffallenderweise kam der Brief, der dieses negative Resultat dem Bischof MUTEL mitteilen sollte, erst sehr viel später in dessen Hände. Dort wußte er durch seine zündenden Worte, seine Schilderung von dem Märtyrerland Korea, von den großen Hoffnungen, welche die dortige Mission biete, aber auch ,von den furchtbaren Gefahren, die der jungen Saat seitens des amerikanischen Protestantismus drohten' (!), alle Herzen so zu gewinnen, daß man den ersten Beschluß annulierte und einen bedingten Vertrag betreffs der Annahme mit Msgr. MUTEL abschloß. Im Jahre 1909 wurden dann gleich anfangs Januar zwei Patres zur Information nach Korea abgesandt, H. P. DOMINIKUS ENSHOFF und meine Wenigkeit. Wir sollten an Ort und Stelle uns vergewissern, ob Korea für eine Benediktiner‐Missionsniederlassung geeignet sei und überhaupt die Bedingungen beständen für ein gedeihliches Wirken dortselbst in benediktinischem Geiste... Ende Februar trafen wir beide in Koreas Hauptstadt ein. Wir fanden Land und Leute so, wie sie uns Bischof MUTEL geschildert hatte, die Katholiken, ca. 70 000 an der Zahl, wahre Musterchristen, denen man sofort anmerkte, daß sie gleichsam geboren sind aus dem Blute der Märtyrer..."

 

Schon dieser erste kurze Bericht des P. BONIFATIUS SAUER, noch im gleichen Jahre 1909 zum Leiter der jungen Klostergründung bestellt, über deren erste Entwicklung, weist eindringlich hin auf den Haupt‐Mißstand bzw. auf das Hauptmißverhältnis zwischen der katholischen Koreamission und ihrer protestantischen „Konkurrenz": den Hunderten wohlausgestatteter Schulen aller Grade (einschließlich Colleges und Volluniversitäten) der nordamerikanischen Sekten stand auf katholischer Seite noch nicht ein Dutzend bescheidenster Dorfschulen gegenüber, und es sollte noch Jahre währen, bis in Seoul die erste und auf lange Jahre die einzige katholische Mittelschule mit 200 - 300 Schülern ihre Pforten öffnen konnte. (Die Anstrengungen jener so zahlreichen evangelischen Kirchengemeinden, besonders der Presbyteraner, auf dem Gebiete der Erziehung und Krankenfürsorge - seit dem 2. Vatikanischen Missionsdekret auch „Prä-evangelisation" genannt - doch als ein Schrittmachen und Bodenbereiten für die Saat des Evangeliums zu werten, lag jener Zeit vor dem 1. Weltkrieg noch reichlich fern). So heroisch nämlich der Einsatz der französischen Missionare das ganze vorige Jahrhundert hindurch in den Dauerstürmen der Verfolgungen gewesen ist (,Seminarium Martyrum' steht zu Recht über dem Eingang des Pariser Missionsseminars), auf dem Gebiet des christlichen Schulwesens war und blieb jedenfalls in Korea der Rückstand katastrophal und nie mehr aufzuholen. Immerhin erkannte man endlich in jenen Jahren um 1910, also noch vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges, in denen der Einfluß Japans auf Korea übermächtig geworden war und alsbald zur vollen Annexion führen sollte, daß das neue Jahrhundert gebieterisch nach Schulen und Erziehung rief.

 

Bischof MUTEL wie seine Ratgeber und ebenso die Propagandaleitung in Rom erwarteten daher von der jungen deutschen Benediktinerkongregation in Seoul alsbald eine Schulgründung, womöglich die eines katholischen 25 Lehrerseminars. P. Prior BONIFATIUS mit seinen noch wenigen Patres und Brüdern suchte nach Kräften diesem Wunsche zu willfahren, die neue japanische Schulpolitik aber nach der erfolgten Annexion des Landes, die Lehrerausbildung als Staatsmonopol nicht weiter in fremden Händen zu belassen, machte dem schon begonnenen Versuche ein vorzeitiges Ende; den Ausbruch des 1. Weltkrieges, der Japan an die Seite der Entente führte, hätte er ohnehin nicht länger überlebt. Als Ersatz dafür aber blühte in der schon 1913 zur Abtei erhobenen deutschen Benediktinergründung eine von ihren Meister‐Brüdern geleitete Gewerbeschule auf, die sich in kurzem des besten Rufes der Hauptstadt und auch der fördernden Anerkennung der japanischen Regierungsbehörden erfreuen durfte. Freilich verhinderte der chronische Mangel an Lehrkräften und Mitteln ein Wirken in größere Breite. Aus einem Berichte von Abt BONIFATIUS: „Auch die Gewerbeschüler, die ebenfalls meist Interne sind, sind quoad Eßund Schlafräume bei uns untergebracht, aber fragen Sie mich nicht wie. Es graut mir förmlich, wenn ich abends nocheinmal Nachschau halte und so ca. 12 - 16 junge Burschen Kopf an Kopf und Körper an Körper in einem knapp 1,80 m hohen und 8 qm großen koreanischen Zimmerchen in ihre Decken eingewickelt auf dem geheizten Boden liegen sehe in einer Luft, die uns Europäer fast ersticken machen würde . . . Was Wunder, daß sich eine ganze Reihe von Unpäßlichkeiten und Krankheiten bei den jungen Leuten einstellen, die jedenfalls in dieser Häufigkeit nicht vorkommen dürften. Und was würde erst geschehen, wenn einmal Pest oder Cholera sich hier im Lande einstellten? . . . Man wird es mir glauben, wenn ich sage, daß die 2. Hälfte dieses Jahres mir manche sorgenschwere Tage und schlaflose Nächte brachte, zumal ich als Priester und Ordensmann nicht nur an die Leiber, sondern auch an die Seelen der jungen Leute denken muß." 

Die hohen Verluste der Pariser Missionsgesellschaft im 1. Weltkrieg zwangen die Leitung des Institutes, ihr (von der im Inland übrigens kirchenfeindlich eingestellten französischen Regierung eifersüchtig gehütetes) Monopol der direkten Missionierung des Nahen wie Fernen Orientes aufzugeben und hierfür auch nichtfranzösische Kraft zuzulassen. So wurde noch im Jahre 1920 der deutschen Abtei St. Benedikt und damit der deutschen Ottilianer Missionsgesellschaft der gesamte Nordosten der koreanischen Halbinsel, ferner darüber hinaus noch die Südost‐Mandschurei, ein Siedlungsgebiet von damals etwa 500.000 Koreanern, ja selbst noch die chinesische Ostmandschurei bis hinauf nach Chabarowsk am Zusammenfluß des Amur mit dem Sungari anvertraut - freilich mit der Auflage, die Abtei in Seoul dafür aufzugeben d. h. der französischen Mission zur Ablösung anzubieten. Einige Zeit später erfolgte auch die Berufung der katholischen amerikanischen Missionsgesellschaft Mary Knoll in den koreanischen Nordwesten mit dem Vorort Pyengyang, der heutigen roten Hauptstadt von Nordkorea.

Abt BONIFATIUS wurde dann von Erzbischof MUTEL am l .Mai 1920 in der Seouler Kathedrale als erster Apostolischer Vikar von Wonsan zum Bischof geweiht.

 

 

 

 

Mit der übernahme so weiter Gebiete beginnt die zweite Periode benediktinisch‐missionarischen Wirkens im Fernen Osten. Sie machte alsbald eine Verlegung des monastischen Zentrums aus der Haupstadt nach dem Nordosten, und zwar nach Tokwon in unmittelbarer Nähe der aufblühenden Hafenstadt Wonsan notwendig. Dieser Umzug konnte freilich erst Ende der Zwanzigerjahre zum Abschluß kommen; waren ja damals dortselbst noch keine ganze zehn christliche Familien vorhanden und mußte allmählich neben den Abteigebäuden und der stattlichen Kirche auch noch eine Höhere Schule, das Priesterseminar, die Ökonomie und ein kleineres Krankenhaus erstellt werden.Es ist kaum zuviel gesagt, für die großen neuübernommenen Gebiete dieser jungen Abtei Tokwon, mit ihrer Vorgängerin in Seoul der ersten Benediktinerabtei überhaupt in ganz Ostasien, eine ähnliche Bedeutung zuzuerkennen, wie sie etwa der Lieblingsgründung des Hl. BONIFATIUS, der nachmals so berühmten Reichsabtei Fulda, zukommen sollte für die Reorganisation der christlichen Kirchen im großen Frankenreich, vorab für dessen ostrheinische Hälfte bis fast zur Elbe und an den Fuß der Alpen. Abtbischof BONIEATIUS zählte bei der übernahme seines Gebietes insgesamt nur fünf Missionsstationen, eine ärmer und unscheinbarer als die andere, ein fast entmutigender Beginn.

 

Und doch erstanden im gleichen Gebietsraum binnen weniger als 20 Jahren nicht weniger als gegen 40 gut ausgebauter Missionspfarreien (die Yenki‐Mission allerdings miteinbegriffen, die seit 1929 als Präfektur von Wonsan abgezweigt, 1937 zum Apost. Vikariat und 1946 zur Diözese erhoben wurde), fast jede dieser Stationen mit einer von der Regierung anerkannten Volksschule versehen, manche überdies noch mit eigenen Armenschulen für die völlig mittellosen Kinder; dazu traten dank der unentbehrlichen Mitarbeit der Schwestern (auf koreanischem Staatsgebiet die Missionsbenediktinerinnen von Tutzing, in der Mandschurei die Olivetanerinnen von Cham in der Schweiz) noch Krankenhäuser mit einem Kranz von Dispenserien und Armenapotheken, sowie die Anfänge einer Leprafürsorge für die vielen Aussätzigen.


Der Schwerpunkt dieser mehr und mehr in Breite und Tiefe wachsenden Tätigkeit lag - jedenfalls für die beiden koreanischen Provinzen Ham‐kyong‐Süd und Hamkyong‐Nord - in Tokwon‐Wonsan, wo die noch so junge Abtei durch ihr Priesterseminar und mehr noch durch ihren regen Druckerei‐Verlag katechetischer und volksliturgischer Schriftchen zu einer Art von Klosterneuburg für das katholische Korea heranzublühen begann. Daneben verstanden es die Klosterwerkstätten und ein umsichtig geführter ökonomiebetrieb samt einer ausgedehnten Aufforstung im weiteren Umkreis der Abtei - beides zur vollen Anerkennung der japanischen Provinzverwaltung -, auch materiell die umliegende Bevölkerung zu heben und weithin bis in entlegene Dorfgemeinden hinein wirtschaftlich fördernde Anregungen zu geben. Nicht zuletzt dieser Aufschwung war später den kommunistischen Zwingherren von Pyengyang ein Dorn im Auge, so daß sie nach dem Abzug der Roten Armee Sowjetrußlands uns Ausländer mitsamt den koreanischen Mitbrüdern aus Tokwon verjagten und die Abtei zur ersten und bisher einzigen Landwirtschaftlichen Hochschule Nordkoreas umgestalteten.

 

 

 

Dieses Lebensbild nun soll keineswegs nur eine panegyrische Laudatio auf Abtbischof BONIFATIUS darstellen und behaupten, daß jenes so erfreuliche Aufblühen der Abtei Tokwon und der Mission Wonsan bis hinauf über Hamheung und Chongjin an den fernen Tuman vom Paiktusan bis Ungi‐Radjin einzig nur seiner Initiative wäre zu verdanken gewesen. Um nur einige Namen zu nennen, so standen ihm im Ausbau und in der Leitung der Abtei die Prioren P. CHRYSOSTOMUS SCHMID (später Erzabt von St. Ottilien) und P. Luzius ROTH zur Seite, im Priesterseminar als Regens P. ANSELM ROMER und Dozenten wie P. RUPERT KLINGSEIS und P. ARNULF SCHLEICHER, in der Mission Veteranen und Pioniere wie P. CALLIST HIEMER und P. FABIAN DAMM; nicht zuletzt lagen auch die Klosterwerkstätten in den bewährten Händen von Meisterbrüdern wie BR. JANUARIUS SCHRÖTTER, BR. ILDEFONS FLÖTZINGER und dem weithin bekannten guten Samaritan BR. JOSEPH GRAHAMER. Nach Maßgabe des ihm Möglichen trug jeder der Genannten und der ü̈brigen hier nicht Aufgeführten dazu bei, Vater Abtbischofs Ideen aufzugreifen und Wirklichkeit werden zu lassen. Ohne eine ausgesprochene Führernatur zu sein, blieb er der Mittelpunkt seiner Gründung und eignete ihm Autorität, gewiß auch diejenige kraft seines Amtes als Abt und Bischof, mehr aber noch aus einer gewissen vornehmen Güte, aus der Vatergestalt, die aus ihm sprach und lebte.


Dem Gang der Ereignisse folgend sei zunächst aber noch ein Stück Weges vom äußeren Lebensablauf und Wirken Abtbischofs BONIFATIUS skizziert. Es sollte sich bald erweisen, daß auf die Dauer Verwaltung und Verantwortung eines so ausgedehnten Missionsgebietes die Kräfte seiner immer wieder durch schwere Asthmaanfälle geschwächten Gesundheit übersteigen mußten. Fast Nacht für Nacht suchte er durch ungezählte Bittbriefe und Berichte an Freunde und Wohltäter, gelegentlich auch durch Auslandsreisen der Dauerebbe seiner Missionskasse aufzuhelfen. Gelegentlich seiner ersten Ausreise für die Mission im Winter 1928 durfte ihn der Berichterstatter quer durch Nordamerika begleiten. Bei der Ankunft in New York stürzten sich die Zeitungsreporter wohl in Ermangelung noch prominenterer Gäste auf den deutschen Missionsbischof; ich suchte ihnen Lage und Ausdehnung seines Sprengeis klarzumachen, der bis an Sibirien grenze. Indessen, Amur und Sungari mochten ihnen nicht viel sagen, und so erschien tags darauf in den Blättern das Bild des Bischofs mit der Unterschrift „der Bischof, dessen Bistum bis an den Nordpol reicht". An solcher Hollywood‐gemäßer übertreibung war immerhin soviel richtig, daß es die Arbeitskraft von mindestens drei Missionsoberen beansprucht hätte, mit all den Aufgaben fertig zu werden. So wurde denn auch der chinesische Teil des Gebietes von Bischof BONIFATIUS im Jahre 1928 mit zwei selbständigen Missionen abgetrennt und daraus (später) die neuen Diözesen Yenki und Ilan geschaffen. Aber noch immer blieb der von der Abtei Tokwon aus zu verwaltende Sprengel so ausgedehnt, daß der Berichterstatter von seiner Station Hoiryong am Grenzfluß Tuman aus nicht weniger als vierzehn Schnellzugstunden benötigte, wieder einmal in seine südliche Klosterheimat zu gelangen.

 

Es läßt sich unschwer ermessen, daß allein schon die Finanzsorgen fürein so ausgedehntes Missionswerk und ihre Zentrale die Kräfte eines Obern über Gebühr beanspruchten. Erfolgte ja der Aufbau einer Reihe von Neugründungen erst zur Zeit nach der Machtübernahme Hitlers und der rigorosen Devisengesetze seines Regimes. Gewiß nahmen manche Patres als Lokalobere ihm dergleichen Sorgen wenigstens teilweise ab, indem sie sich nach und nach einen eigenen Stammkreis von Freunden und Wohltätern in der Heimat schufen. Dennoch wuchtete fast Zeit seines Lebens die Hauptlast des „primum vivere" für die große Klostergemeinde und zusätzlich für die Seminaristen, Katechisten und Katechistinnen auf den Schultern von Bischof BONIFATIUS. Er hat nie viel Wesens daraus gemacht, er war es gewohnt, seit seinen ersten Tagen schon auf dem Boden Koreas, Briefe zu schreiben, und er schrieb sie alle mit eigener Hand, ohne Sekretär, ja ohne Schreibmaschine. Im Archiv der Erzabtei liegt noch heute seine Korrespondenz mit dem damaligen Missionsprokurator aus der Zeit von Oktober 1909 bis Ende 1911: für diese Zeit von nur 27 Monaten nicht weniger als 100 Briefe größeren und geringeren Umfanges, durchschnittlich alle zehn Tage ein Schreiben oder eine Notiz! Wurde es später mit der übersiedlung nach Tokwon an solcher Geschäftskorrespondenz weniger (es mag auch sein, daß ein großer Teil davon vor der Aufhebung St. Ottiliens durch die Gestapo‐Behörden vernichtet wurde), es wuchs dafür der Brief verkehr mit jedem seiner Patres auf den Stationen draußen und seinen vielen Freunden und Bekannten in der weiten Welt. Dabei war und blieb Bischof BONIFATIUS zeitlebens aufgeschlossen nicht nur für aszetisch‐theologische Fragen, sondern auch für wirtschaftliche und selbst für rein politische Zeitprobleme. Erst in den Jahren des 2. Weltkriegs und nachher, als ihn die mit dem Alter zunehmenden Asthmabeschwerden dazu zwangen, die Verwaltungsgeschäfte mehr und mehr in die Hände seines Priors und Generalvikars P. Luzius zu legen, gönnte er sich in der relativen Muße des Krankenzimmers die späte und karge Freude des Lesens auch literarischer Werke. Es ist die Wahrheit, Abtbischof BONIFATIUS verzichtete auf die Pflege von persönlichen Studien und Interessen, er opferte nicht nur seine besten Jahre, sondern das ganze Leben selber einzig seiner Aufgabe, seinem Werk.

 

Ein Lebensbild, es sei so schlicht wie immer, darf sich nicht mit dem Aufzählen von Daten nur des äußeren Lebensablaufes der Persönlichkeit begnügen. So mag sich uns die Frage stellen: Wenn in der Abtei Tokwon den beiden Nordostprovinzen und darüber hinaus dem halben Lande Korea ein Abbild jenes Fulda erstand, war dann auch in etwa Abtbischof BONIFATIUS ein Abbild jenes Mannes, dessen Namen er trug und über dessen Gruft sich nun die deutschen Oberhirten alljährlich versammeln? Es hieße freilich das Augenmaß für das Gewicht geschichtlicher Vorgänge und Persönlichkeiten verlieren, wollte man der säkularen Gestalt eines WINFRIED-BONIFATIUS im Frankenreiche PIPPINS den Begründer Tokwons am Rande eines entlegenen koreanischen Landstädtchens gegenüberstellen. Die Kirchengeschichte Koreas, ganz zu schweigen von seiner politischen Geschichte, wäre ohne sein Wirken schwerlich anders verlaufen, - im Gegensatz zu den Spuren, die der große Apostel Germaniens nicht nur für unser Vaterland, sondern für halb Europa hinterlassen hat. Und dennoch ist unverkennbar, daß sich Leben und Eigenart beider Männer in mehr als nur einer Hinsicht merkwürdig nahekommen.

 

Der Mann, der die fränkischen und germanischen Freikirchen erstmals und endgültig an Rom gebunden hat, nicht ohne dabei Widerstände diesseits und jenseits der Alpen - am Königshofe also und an der römischen Kurie - überwinden zu müssen, besaß ohne Zweifel eine ungewöhnliche politische Begabung. Und wer es unternimmt, inmitten trotziger Germanenkrieger mit mächtigen Axthieben ihre heilige Donareiche zu fällen, um sie von der Ohnmacht ihrer Götter zu überzeugen, dem muß furchtloser Mut zu eigen gewesen sein. Und doch verraten seine Briefe nach Rom an die Päpste GREGOR II., GREGOR III. und ZACHARIAS (alle drei ragende Gestalten in der Papstgeschichte und als Heilige verehrt) vor allem in Fragen der Disziplin, der Liturgie, der Organisation usw. häufig eine fast skrupelhafte Ängstlichkeit. Von Bischof BONIFATIUS nun ließe sich Ähnliches behaupten. Im Archiv findet sich noch eine Anfrage nach Rom von seiner eigenen Hand, ob ihm - vor kurzem zum Abt geweiht -, nun gestattet sei, wie den übrigen Äbten des Ordens auch bei der Feier der hl. Messe am Altare ein schwarzes Käppchen zu tragen, was denn die Sacra Congregatio Rituum in einem ausführlichen Reskript auch erlaubte, nicht ohne eingehende Belehrung, daß es von der Präfation an während des Kanons abgelegt werden müsse. Die Frage, wer jeweils an den Hochfesten von den Patres und Brüdern am Abtsthronus liturgischen Dienst zu versehen habe, war zumeist Gegenstand längerer Beratungen mit dem Zeremoniar und durfte nie von diesem allein entschieden werden. Er hegte wohl auch etwas übertriebene Vorstellungen von dem Eindruck bischöflicher Amtsinsignien auf das schlichte koreanische Volk. Vielleicht mochte es ihm einiger Ersatz dafür sein, dass ihm die mangelnde Sprachbeherrschung des Koreanischen daran hinderte, zu seinem Leidwesen nicht in unmittelbaren nahen Kontakt mit seinen Christen zu kommen. Sie verehrten ihn aber trotzdem, da sie in ihrem Oberhirten - die meisten Koreaner sind kluge Menschenbeobachter und ‐kenner - eine Persönlichkeit von Güte fühlten, einen Mann des Glaubens und des Gebetes.

 

Als einen solchen wußten ihn naturgemäß auch noch viel näher und unzweifelhafter seine Mönche und Mitarbeiter. Die Ordensdevise ,Ora et labora!' war ihm Herzenssache, gewissenhaftes Nutzen der Arbeitsstunden ihm so vertraut, daß man ihn kaum je müssig gesehen hätte; und doch stand das Orare in seinen Konferenzen und in seinen Briefen obenan. In einem seiner Heimatbriefe noch aus der Seouler Zeit findet sich ein bemerkenswerter Erguß darüber: er wolle und dürfe sich nicht, so führt er aus, auch nur zum hundersten Teil vergleichen mit seinem großen Namenspatron; aber in dem einen Punkt trachte er ihm nahezukommen, in der überzeugung nämlich, daß für einen dauernden Erfolg der Arbeit vom Beten schlechthin alles abhänge, und so rufe auch er, wie BONIFATIUS es häufig getan in seinen Briefen an die Heimatklöster drüben in England, den Freunden und Mitbrüdern zuhause zu: betet, betet, betet für uns und unser Werk! Ein weiterer offenkundiger Charakterzug an Abtbischof BONIFATIUS war seine persönliche Anspruchslosigkeit und Schlichtheit. Gewiß suchte er seinem Oberhirtenamt auch im äußeren Auftreten gerecht zu werden und sich nicht das Geringste zu vergeben, er wußte sich zeitlebens als einen Nachfolger der Apostel. Wo er aber nicht zu repräsentieren hatte und wo man ihn nicht kannte, war und blieb er gerne der einfache Ordensmann. Der Berichterstatter erinnert sich noch, wie es auf der Reise durch die Vereinigten Staaten zuweilen zu einigen Verlegenheiten kam, weil die Herren, die den Missionsbischof aus dem fernen Korea auf der Bahnstation empfangen und zu dem jeweiligen bischöflichen Amtsbruder geleiten sollten, ihren Gast auf dem Bahnsteig gewöhnlich vor der besten Wagenklasse erwarteten, indessen wir weit hinten aus einem Holzbankabteil der gewöhnlichsten entkletterten. Die Vereinigung von väterlicher Güte und vornehmer Zurückhaltung, die schlechthin nie verletzend werden konnte, auch wo er zu tadeln hatte und Vorbehalte machen mußte, kennzeichnete Bischof BONIFATIUS und versöhnte immer wieder mit seiner zuweilen ultrakonservativen Einstellung. Der Oberhirte von Tokwon‐Wonsan hätte gewiß nie in seinem Leben Donar‐Eichen gefällt wie einst sein großes Vorbild zu Geismar; er hätte auch nie gewagt, wie dieser in seinen Greisenjahren noch gelegentlich seinen sonst so verehrten Pontifex in Rom auf unerfreuliche Zustände gerade am Sitz der Christenheit in der Ewigen Stadt hinzuweisen. Andererseits durfte er sich aber auch im Einklang finden mit einem anderen überragenden Mönch‐Missionar, Papst GREGOR DEM GROSSEN, und den weisen Instruktionen, die dieser vom Stuhle Petri herab AUGUSTIN und seinen Gefährten für ihre Sendung zu den Angelsachsen Britanniens mitgegeben hat.

 

In Bischof SAUERS Charakterbild würde weiterhin ein wesentlicher Zug zu missen sein, wollte man seine Klugheit und Diskretion, seine Verbindlichkeit nicht hervorheben, an sich die typischen Erfordernisse eines erfolgreichen Diplomaten, bei ihm aber verbunden mit einer lauteren, von Herzen kommenden Güte. Kein Wunder, daß ihm solche Eigenschaften bald die Sympathien selbst so nüchtern‐kühler Militärs und Politiker wie sämtlicher japanischer Generalgouverneure gewannen, die in der Zeit von 1920 - 1945 an der Spitze der Seouler Regierung standen und ihn alljährlich wenigstens einmal in Tokwon besuchten. Mit manchen von ihnen wie dem Admiral Grafen SAITO, dem Fürsten YAMAMOTO, dem General UGAKI - alle drei später auch einflußreiche Staatsmänner in Tokyo - verband ihn ein fast freundschaftliches Verhältnis. Die ganze Zeit seines Wirkens nahm Bischof SAUER auch die Aufgaben eines Präsidenten des koreanischen Zweiges der großen Deutsch‐Japanischen Gesellschaft wahr. Desgleichen galt sein Urteil viel bei den Spitzen der obersten Missionsleitung in Rom, der Propaganda‐Kongregation; dies wohl nicht zuletzt auch deshalb, weil ihm die Einigkeit unter den vielen internationalen Missionsorden unter Rom nicht nur ein Gebot der weckmäßigkeit, sondern echtes Herzensbedürfnis war. Nicht alle französische Missionare, das braucht nicht verschwiegen zu werden, sahen in den Jahren des 1. Weltkriegs und auch noch hernach in den Ankömmlingen von jenseits des Rheines allzu willkommene Mitarbeiter; bald aber fanden sie sämtliche, nicht nur Erzbischof MITTEL, in dem deutschen Abtbischof von Seoul und Tokwon einen treuen Freund und Confrere, in jenen Zwanzigerjahren und später wieder während der Nazismus‐Tyrannei keineswegs eine Selbstverständlichkeit.

 

 

Schon lange vor dem 2. Weltkrieg gab es unter uns Missionaren eine jüngere, wir würden heute sagen etwas progressiver eingestellte Gruppe, die zum Teile von der Jugendbewegung herkommend besonders einer Katechismusreform und einer mehr volksliturgisch ausgerichteten Missionsarbeit das Wort redete, sowie als Mehrheit die älteren und wesentlich konservativer eingestellten Mitbrüder. Abtbischof BONIFATITJS, im Herzen naturgemäß den letzteren näherstehend, suchte auszugleichen und wußte auch einmal ein Auge zuzudrücken. Selber war er vor allem in seinen kirchenpolitischen Ansichten noch durchaus geprägt von der Nachkulturkampfzeit um die Jahrhundertwende. Wiewohl er vor allem die Uniformität und Einheit mit der damals im ganzen noch ganz französisch orientierten Missionstradition vertrat, ließ seine kluge, vornehme und väterliche Art der Menschenbeeinflussung es doch niemals zu stärkerer Spannung kommen. Seme schlechthin vorbehaltlose Romtreue stand für alle und für allemal fest, niemand wird sich einer auch nur mildkritischen Äußerung über kurialrömische Praktiken aus seinem Munde erinnern können. Unsere heutigen innerkirchlichen postkonziliaren Verhältnisse im Zeichen eines unklaren Pluralismus und vor allem Einstellung und Haltung einer (gewiß noch zahlenmäßig unbedeutenden) Minderheit des jüngeren Klerus und gewisser Wortführer einer neuen Theologie gegenüber der überkommenen Lehr‐ und Hirtenamt‐Tradition der Hierarchie, - all das hätte Bischof BONIFATIUS in seiner Frontstellung gegen jede Art von Modernismus wohl zahllose trübe Stunden und schlaflose Nächte bereitet, wenn nicht gar geradezu sein Herz gebrochen.

 

Noch gilt es, mit wenigen Worten den von Größe und Tragik umwitterten Ausgang dieses Vater‐ und Hirtenlebens von Abtbischof BONIFATIUS darzustellen. Das schlichte Leben der Mönchsmissionare von Tokwon und Yenki mit ihrer Devise FORIS APOSTOLUS, INTUS MONACHUS (= nach außen Glaubensbote, nach innen Ordensmann), dem Dienste Gottes geweiht und offen für die hundert Nöte gerade der ärmeren Volksschichten, hatte selbst die Anerkennung der sowjetrussischen Besatzungsarmee Nordkoreas in der Zeit von August 1945 bis August 48 gefunden. Zu Tausenden haben ihre Armee‐ und Marineangehörigen, zumal auch Offiziere, von Wonsan aus in jenen drei Jahren immer wieder die nahe Missionszentrale besucht, harten in deren Werkstätten arbeiten lassen, die Produkte von Feld und Garten gegen korrekte Bezahlung abgeholt und die Mission vor den übergriffen einheimischer  kommunistengruppen in Schutz genommen. All dies sollte sich mit der Nacht zum 10. Mai 1949 schlagartig wenden. Um die Mitternachtstunde drang ein überfallkommando der einheimischen kommunistischen Polizei ins Kloster ein und entführte zunächst den greisen, von schweren Asthmaanfällen geplagten Bischof zusammen mit dem Prior, dem Subprior, dem Direktor des Priesterseminars und einigen weiteren Mitbrüdern an leitenden Stellungen. Zwei Tage später erfolgte die Verhaftung aller übrigen deutschen Patres und Brüder sowie der Schwestern in deren Wonsaner Konvent. Während diese zweite Gruppe alle ca. drei Monate lang im Pyengyanger Zuchthaus gefangen gehalten wurden, auf engsten Raum zusammengepfercht, natürlich ohne jede Angabe von Gründen, um dann ihren Leidensweg in das Konzentrationslager eines abgelegenen Bergtals des Nordens nahe am Yalu‐Flusse anzutreten für vier und ein halbes Jahr, öffnete sich für Bischof BONIFATIUS und die gleichzeitig mit ihm Verhafteten sogleich je eine einzelne Kerkerzelle, die sie - bald darauf in einem Scheinprozeßverfahren wegen antikommunistischer Sabotage zu jahrelanger schwerer Zwangsarbeit verurteilt, nie mehr lebend zurück in die Freiheit verlassen sollten. Nur sehr spärlich gelangen nunmehr Nachrichten aus dem Gefängnisse. Der schlichte Tatsachenbericht der im Januar 1954 heimgekehrten Lagerinsaßen (SCHICKSAL IN KOREA, Deutsche Missionare berichten, Eos‐Verlag St. Ottilien 1954) vermeldet, daß nur ihrer 42 Missionare und Schwestern heimgekehrt sind, während 19 von ihnen in der von Leid und Blut getränkten Erde Nordkoreas ruhen, von ihrer sechs weiteren fehlt bis heute jede Spur.

 

(Das Bild zeigt die zerstörte Abteikirche von Tokwon. Der Blick vom Altarraum in den hinteren Bereich.)

 

Die Gefängniszelle von Bischof BONIFATIUS, eher ein Käfig zu nennen, maß nicht einmal 2 x 2 Meter; auch der Abortkübel stand darin. Bei seinem Eintritt in den Kerker nahm man ihm das Brustkreuz und den Talar und gab ihm dafür das blaue, für Verurteilte bestimmte häßliche Sträflingsgewand. Er war nun ein halbes Jahr in absoluter Einzelhaft. Den Gefängnisregeln zufolge konnte er sich nur die Zähne mit etwas Salz reinigen, kein einziges Mal in dieser Zeit die Hände oder das Gesicht waschen... Erst im November, als sich bei der wachsenden Winterkälte seine Asthmakrankheit sehr verschlimmerte, bekam er an BR. GREGOR eine Hilfe und Pflege. Als nun der Bischof immer schwächer und hinfälliger wurde und der Bruder daher die Leute um etwas Milch oder Eier bat, wurde ihm nur die Antwort: „Früher fraßen diese Tiere gutes Futter, sollen dafür jetzt nur Not leiden." Drei Tage vor seinem Tode noch sagte Bischof BONIFATIUS zu BR. GREGOR: „Es ist mir so peinlich, daß das Wasser unbewußt von mir geht und ich Durchfall habe... Wenn ich mich bewege, kann ich nicht mehr schlafen vor Schmerzen. Die vielen Wunden, die ich vom Liegen bekomme, schmerzen sehr... Laßt mich nach Hause gehen!"

 

Vater Abtbischof war wie sonst klar bei Bewußtsein, als er diese Sätze sprach. Er wußte nur zu gut, daß ein Nachhausegehen zurück in die Abtei Tokwon gänzlich außer Frage stand, und so muß er die andere erlösende Heimkehr gemeint haben, die ihm denn auch so bald beschieden wurde. Gerade drei Tage nun vor diesem seinen Heimgang jährte sich sein fünfzigster Profeßtag, und der Gegensatz muß ihn wohl erschüttert haben: was wäre dieser goldene Jubeltag für ein Fest geworden in seiner Klosterheimat Tokwon und seiner Bischofsstadt Wonsan, und nun diese letzte Verlassenheit im engen Kerkerpferch... Erst am vorletzten Tag vor seinem Hinscheiden wurde er zeitweise bewußtlos und redete er zuweilen wirr. Sein Körper war nur mehr ein Knochengerüst. Endlich, am 7. Februar 1950, zur sechsten Stunde des kalten Wintermorgens gab er seine Seele dem Schöpfer zurück. Außer BR. GREGOR wußte niemand von den Mitgefangenen vom Heimgang des Vaters, da alle streng abgeschlossen in ihren Zellen lagen. BR. GREGOR hatte sich alle Mühe gegeben und den kranken Bischof Tag und Nacht gepflegt. Selber hatte er weder Bett noch Decke und legte sich nur auf den blanken Dielen des Gefängnisbodens zur Ruhe. Nach dem Tode des Bischofs lag er selbst noch einen Monat krank von den Anstrengungen in seiner Zelle...

 

Wir dürfen sicher sein: wo Kinder dieser Welt in gleicher Lage mit Anfällen von Verzweiflung hätten zu ringen gehabt, ergingen sein Geist und Herz sich in der Welt des Neuen Testamentes, in der er durch fünfzig Jahre hindurch in täglicher Betrachtung war heimisch geworden. Hatte nicht einst der große Ahnherr aller Glaubensboten in ganz ähnlicher Situation aus einem dumpfen Kerkerloch zu Rom, von allem und von allen verlassen und schon dem Ende nahe, mit kettenbeschwerten Händen diese Zeilen geschrieben: „Ich habe den guten Kampf gekämft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. So werde ich nun hingeopfert, die Zeit meines Aufbruchs steht bevor. Wie wünsche ich, aufgelöst zu werden und bei Christus zu sein!"

 

Ein EDZARD SCHÄFER zeigt in manchen seiner Dichtungen die überlegene und unbesiegbare Macht solcher zu letzter Ohnmacht Verurteilten oder vielmehr Begnadeten. Auch Abtbischof BONIFATIUS' Sterben war von höherer Warte aus besehen Auserwählung, Privilegium, Gnade. Wie sein großes Namensvorbild durfte auch er Zeuge werden, „martys", für Christus seinen Herrn. War jener Gründer von Fulda und zugleich einer der Baumeister des christlichen Europa zu Dokkum den Axthieben heidnischer Friesen erlegen, ohne erst vor die Wahl gestellt zu werden, seinem Glauben abzuschwören und ihren Göttern zu opfern, weil sie in ihm den Exponenten des verhaßten fränkischen christlichen Glaubens sahen, und wird er dennoch von je her und mit vollem Rechte als Märtyrer verehrt, so durfte sein Nachfahr im Orden und Bischofsamt, der Gründer von Tokwon und Baumeister der christlichen Kirche Nordostkoreas, einen ähnlichen Heldentod sterben in odium christianae religionis. Wir dürfen gewiß sein, das herrliche Opfergebet einer benediktinischen Selbsthingabe in der Ordensprofeß, das er drei Tage vor seinem Hinscheiden zum fünfzigstenmal wohl nur mehr kaum vernehmbar über die kältezitternden und halberstorbenen Lippen brachte, hat er schon in jenem Augenblicke des Hingangs siegreich vollendet wiederholen dürfen: SUSCIPE ME DOMINE SECUNDUM VERBUM TUUM ET VIVAM!

 

 

Nachdem der Tod von Abt-Bischof Bonifatius bekannt geworden war, wurde dieses Gebetsbildchen und Andenken an den Verstorbenen gedruckt und verteilt.

 

 

 

 

 

Ein Lebensbild

Bonifaz Sauer (1877‐1950)
Abt und Bischof in Korea (1921‐1950)
(von Abt Gottfried Sieber OSB)

 

Abt‐Bischof Bonifaz Sauer starb 1950 als Gefangener der Kommunisten, die nach ihrer Machtübernahme in Nordkorea der christlichen Kirche den Kampf ansagten. Wie viele andere, darunter vor allem ausländische Missionare, wurde auch Sauer Opfer der Christenverfolgung. Deswegen darf er im wahrsten Sinn des Wortes als Märtyrer für den Glauben gelten.

 

 

(Pfarrkirche von Ufhausen)


Bonifaz Sauer wurde am 10. Januar 1877 in Oberufhausen in Hessen geboren und auf den Namen Josef getauft. Aufgrund seiner überdurchschnittlichen Begabug schickten ihn seine Eltern aufs Gymnasium. Er musste allerdings nach Erlangung der Mittleren Reife die Schule abbrechen und zuhause mithelfen, da sein Vater schwer erkrankte. Später sollte es für ihn nicht leicht werden, seine Gymnasialstudien zum Abschluss zu bringen. Erst im Herbst 1900, als er bereits im Kloster war, legte er in Münster die Reifeprüfung ab.

 

1898 bat er im Benediktinerkloster St. Ottilien um Aufnahme und begann als Frater Bonifaz mit dem Noviziat. Am 4. Februar 1900 machte er seine Mönchsprofess. Da er schon vor seinem Eintritt Philosophie studiert hatte, ging er sofort zum Theologiestudium nach Dillingen, bis er 1908 eine völlig neue Aufgabe erhielt.


 

Abt Norbert Weber hatte nämlich dem französischen Missionsbischof Gustave Mutel versprochen, Missionsbenediktiner nach Korea zu senden und beauftragte nun P. Bonifaz, zusammen mit P. Dominikus Enshoff die Möglichkeiten einer Gründung im Fernen Osten zu erkunden. Ende Februar 1909 trafen die zwei Patres in Seoul ein.

 

(Das Foto wurde von der Familie Hohmann, Ufhausen, der Causa zur Verfügung gestellt und zeigt den jungen Pater Bonifatius.

Wo ist dieses Foto entstanden?

Die Bildunterschrift gibt Auskunft: Im Atelier Victoria in Fulda, also in der Heimat des Paters.

Wann ist dieses Foto entstanden?

Bei seiner Primiz 1903? Nein! Denn dann hätte er sich in priesterlicher Gewandung photographieren lassen.

Aus Anlaß seiner Abtsweihe in St. Ottilien 1913? Nein! Denn dann hätte er sich mit Pontifikalien photographieren lassen.

Ich vermute: kurz vor seiner Aussendung nach Korea, 1909,  mag Pater Bonifatius einen Besuch in seiner Heimat gemacht haben; bei diesem Anlaß könnte das Foto entstanden sein. Pater Willibrord)

 

Nachdem sie ein geeignetes Grundstück für das geplante Kloster erworben hatten, reiste P. Dominikus im August 1909 nach Deutschland zurück. P. Bonifaz blieb in Korea, um die Neugründung in Angriff zu nehmen. Während er auf personelle Verstärkung von der Mutterabtei wartete ‐ zwei Patres und vier Brüder trafen im Dezember ein - widmete er sich intensiv dem Studium der japanischen Sprache. Das war notwendig wegen der Vormachtstellung, die die Japaner in Ostasien einnahmen. Diese hatten schon 1904 Korea als Protektorat übernommen. 1910 annektierten sie dann stillschweigend die Halbinsel und bestimmten nicht nur das politische, sondern auch das kulturelle Leben Koreas, zumal die Einwanderung japanischer Familien nach Korea in jeder Hinsicht gefördert wurde. Damals wanderten viele Koreaner in die Südmandschurei aus, um der Unterdrückung durch die Japaner zu entgehen.

 

Um der Situation Rechnung zu tragen, war P. Bonifaz sehr um eine gute Zusammenarbeit mit den Japanern bemüht. Gerade mit hochstehenden Beamten pflegte er ausgezeichnete Beziehungen. So überrascht es nicht, dass bis zum zweiten Weltkrieg alle japanischen Generalgouverneure mit der Benediktinerabtei in Seoul bzw. Tokwon Kontakt aufnahmen und dort öfters Besuche machten. In Admiral Saito, der von 1919 bis 1929 den Gouverneursposten bekleidete, hatte Abt Bonifaz sogar einen besonderen Gönner und Freund des Klosters. Die Erfolge beim Erwerb von Grundstücken und beim Aufbau der Mission waren nicht zuletzt deshalb möglich, weil sich Sauer den japanischen Behörden gegenüber immer loyal verhielt und zudem über gute japanische Sprachkenntnisse verfügte. In der koreanischen Sprache tat er sich dagegen zeitlebens schwer. All das mag auch mitgewirkt haben, dass die koreanischen Kommunisten nach der Niederlage der Japaner sehr brutal gegen die deutschen Missionare vorgingen.

 

Am 6. Dezember 1909 eröffneten die Benediktiner ihr neues Kloster in der Hauptstadt Seuol. Eine Woche später, am 13. Dezember, erhob Rom das „Kloster St. Benedikt“ zum Konventualpriorat. P. Bonifaz, der mit dem Amt des Priors betraut wurde, trug nun die Verantwortung über den Einsatz der Mönche und die weitere Entwicklung des Klosters. Gleich zu Anfang legte er den Schwerpunkt auf das Schulapostolat und die Errichtung von Werkstätten. Bereits 1911 eröffneten die Benediktiner ein Lehrerseminar in ihrem Kloster in Seoul. Dazu kam noch eine Handwerkerschule, die sehr bald von den japanischen Behörden großes Lob erntete. Am 15. Mai 1913 erhielt das Priorat den Rang einer Abtei. P. Bonifaz, der zu dieser Zeit gerade in Deutschland zum Generalkapitel weilte, wurde zum ersten Abt ernannt. Bischof Maximilian von Lingg von Augsburg erteilte ihm am 8. Juni 1913 in der Klosterkirche zu St. Ottilien die Abtsweihe. Im November des gleichen Jahres kehrte er wieder nach Korea zurück.

 

Der erste Weltkrieg brachte weitreichende Veränderungen für die Benediktinermissionare. Die Verbindung zur Heimat riss ab. Vier Brüder mussten sich in der deutschen Kolonie Tsingtau zum Wehrdienst stellen und konnten erst 1920 in die Abtei zurückkehren. Vor allem trübte der Krieg das vormals gute Verhältnis der deutschen Benediktiner zu den französischen Missionaren. Glücklicherweise blieb die enge Freundschaft zwischen Bischof Mutel und Abt Bonifaz davon unberührt. Unter den französischen Patres machte sich jedoch ein deutliches Ressentiment den Deutschen gegenüber bemerkbar. Sie zeigten keinerlei Entgegenkommen, als sich die Benediktiner um ein größeres Betätigungsfeld in der Seelsorge der Hauptstadt bemühten und lehnten diesbezüglich jedes Zugeständnis ab. Abt Bonifaz wurde daraufhin noch mehr von seinen Patres bedrängt, Verhandlungen um ein eigenes Missionsgebiet aufzunehmen, obwohl er selbst diesbezüglich eher zurückhaltend war. Für ihn hatte ein vorbildliches monastisches Leben Vorrang. Er wollte keine pastoralen Verpflichtungen eingehen, die die Patres zu sehr von der Klostergemeinschaft isolierten. Schließlich gab er aber ihrem Drängen nach und schaltete Bischof Mutel ein, in dessen Händen die kirchliche Jurisdiktion lag. Das führte dazu, dass die Propaganda Kongregation am 5. August 1920 den Benediktinern das neugeschaffene Apostolische Vikariat Wonsan übertrug. Es handelte sich dabei um einen relativ schmalen Landstrich entlang der Ostküste Nordkoreas. Dieser wurde am 19. März 1921 noch um die südöstliche Mandschurei erweitert. Abt Bonifaz wurde am 25. August 1920 zum Ordinarius des Gebietes ernannt und erhielt am 1. Mai 1921 von Bischof Mutel die Bischofsweihe. Der missionarische Auftrag zwang Sauer, die Abtei von Seoul, das außerhalb seines issionsgebietes lag, nach Tokwon in unmittelbarer Nähe der Hafenstadt Wonsan im Süden des Vikariates zu verlegen. Dabei verhinderte die ablehnende Haltung der französischen Missionare sogar noch, dass den Benediktinern in der Hauptsstadt Seoul ein Grundstück für den Aufbau einer Missionsprokura verblieb. Einige Mitbrüder warfen deshalb ihrem Abt vor, die
berechtigten Forderungen der Benediktiner nicht nachhaltig genug vertreten zu haben.

 

Im Herbst 1926 begann der Aufbau der neuen Abtei in Tokwon. Ein Jahr später siedelte der Konvent von Seoul in das eben fertiggestellte Kloster in Tokwon über. 1927/28 wurde das Seminar gebaut und von 1929‐31 die 57 m lange Klosterkirche im neuromanischen Stil. Nach der Errichtung des Kloster‐ und Seminarbaus und der großen Kirche bot die Abtei ein imponierendes Bild mit dem neuromanischen Kirchturm als weithin sichtbares Wahrzeichen. Hinsichtlich des Apostolats in der Abtei und der Strategie für die Missionsarbeit setzte der Abt‐Bischof die Akzente. Mit dem Aufbau einer Verlagsdruckerei machte er Tokwon sehr rasch zu einem wichtigen Zentrum für die Veröffentlichung von liturgischen, katechetischen und asketischen Büchern in Koreanisch und legte so zusammen mit Abt‐Bischof Theodor Breher von Yenki (Mandschurei) in Ostasien den Grundstock für eine echt benediktinische Tradition, der sich später auch die Abtei Waegwan in Südkorea verpflichtet wusste. Einheimischen Ordens‐ und Priesternachwuchs heranzubilden war Abt‐Bischof Bonifaz ein besonderes Anliegen. Deshalb ließ er das 1921 in Seoul errichtete Knabenseminar ergänzen. In seiner Missionsstrategie spielte neben dem pastoralen auch das soziale Engagement der Benediktiner eine wichtige Rolle. Innerhalb von knapp zwanzig Jahren gelang es Sauer, in seinem Vikariat rund zwei Dutzend Missionspfarreien zu errichten, von denen fast jede eine von der Regierung anerkannte Volksschule hatte.

 

Bildergalerie der Abtei Tokwon vor und nach der Zerstörung

 

Das erfolgreiche missionarische und monastische Apostolat der Benediktiner kam mit der Niederlage der Japaner und der Machtübernahme durch die kommunistische Partei zum plötzlichen Stillstand. In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 1949 drang die koreanische Polizei in die Abtei ein und verhaftete die Oberen, später das gesamte europäische Personal samt den koreanischen Priestern. In einem Scheinprozess wurden sie wegen angeblich antikommunistischer Sabotage angeklagt und verurteilt. Acht Patres und drei Brüder wurden im Oktober 1950 in Pyengyang hingerichtet. Die übrigen kamen zusammen mit den Schwestern in ein Arbeitslager. Dort starben 19 von ihnen an den Entbehrungen. Die überlebenden wurden nach vier Jahren Haft frei gelassen und kehrten in die Heimat zurück.

 

Der von schweren Asthmaanfällen geplagte Abt‐Bischof Sauer verbrachte ein halbes Jahr in Einzelhaft in Pyengyang. Die menschenunwürdige Behandlung, die er dort erfuhr, machte ihn schon bald zu einem Todeskandidaten. Am 7. Februar 1950 starb er im Beisein von Br. Gregor Giegerich, der drei Monate lang die winzige Zelle mit dem Bischof teilen durfte. Er erlag acht Monate nach dem Bischof den Gefängnisstrapazen. Ob und wo die sterblichen überreste von Abt‐Bischof Sauer begraben wurden, konnte nie ermittelt werden.1

 

 

Am 6. August 1949 veröffentlichte "Agenzia Internationale Fides", ein Organ der Propaganda-Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Rom, ein Telegramm:

Telegramm1

Telegramm2

 

 

Nachdem der Tod von Abt-Bischof Banifatius Sauer OSB bekannt geworden war, gab Erzabt Chrysostomus Schmid am 2. September 1949 diesen 4-seitigen Nekrolog heraus:

Nekrolog1

Nekrolog2

Nekrolog3

Nekrolog4

 

 

Steckbrief:

 

Ordensname: Bonifatius
Nachname: Sauer
Geboren: am 10. Januar 1877
Geburtsort: Oberufhausen (Diözese Fulda)
Professort: St. Ottilien
Profess: 4. Februar 1900
Priesterweihe: 26. Juli 1903
Aussendung nach Korea: 11. Januar 1909

Gründer und erster Abt von Seoul: 15. Mai 1913 (Ernennung),  8. Juni 1913 (seine Abt-Weihe in St. Ottilien)

Apostolischer Vikar und 1. Vikar von Wonsan und Bischof: 25. August 1920 (Ernennung), 1. Mai 1921 (Weihe)

Abt von Tokwon und Vikar des Apostolischen Vikariates Hamheung: 12. Januar 1940 (Ernennung),
Gestorben: am 7. Februar 1950
Todesort: Gefängnis Pjöngyang
Todesart: Strapazen der Kerkerhaft

 

1 Abt Gottfried Sieber OSB: „Bonifaz Sauer (1877-1950)/Abt und Bischof in Korea (1921-1950)“.
in: Beständigkeit und Sendung. Hgg.: Sieber, G.; Schäfer, C. St. Ottilien, 2003. S. 351 ff.

 

 

 "Olympiasieger des Geistes und Glaubens". In Ufhausen wurde eine Gedenktafel zur Ehres des Abt-Bischof Bonifatius Sauer geweiht. Hünfelder Zeitung vom 5. Oktober 1988 (jpg).

Zum Vergrößern einfach auf den Text klicken

 

 

Apostolischer Administrator der Diözese Hamhung 1940-1950

 

Hans-Joachim Stoehr, Zuletzt nur noch Knochengerüst. Seligsprechung: Abtbischof Bonifatius Sauer starb 1950 im Kerker Nordkoreas - In Ufhausen geboren (Bonifatius-Bote, Nr. 44 - 4. November 2007) (PDF)

 


Hermann Biber, In Korea den Märtyrertod gestorben.


Kirche aktuell: Abtbischof Bonifatius Sauer steht in einem Seligsprechungsverfahren. Erster Prior des ehemaligen Dillinger Benediktinerkollegs (Augsburger Allgemeine, 12. Februar 2008, Nr. 36) (PDF)

 

Bildergalerie Ufhausen

 

Am Sonnabend, 5. April 2008, in Ufhausen:

  •  Hl. Messe vom Sonntag mit Gedenken an Abt-Bischof Bonifacius Sauer: Bildergalerie

 

 

 "Jeden Tag brennt eine Kerze für ihn. Abtbischof Bonifatius Sauer aus Ufhausen soll selig gesprochen werden", Artikel in "Hünfelder Zeitung" vom 6. März 2010 und in "Fuldaer Zeitung" vom 15. März 2010: hier

 

Predigt zum 60. Todestag von Abtbischof Bonifaz Sauer OSB am 7. Februar 2010 im Dom zu Fulda, gehalten von Diakon Stefan Wick: hier

 

Hg. vom Bischöflichen Generalvikariat FuldaEin Andenkenbildchen" mit Bild, Lebenslauf und Gebet um die Seligsprechung zum Gedenken an den 60. Todestag von Abtbischof Bonifatius Sauer, Abteilung Seelsorge/Liturgie : hier


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