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Pater Gregor (Karl) Steger, Misssionsbenediktiner

* 30. Dezember 1900 Tröbes bei Regensburg; † 3. Oktober 1950 Gefängnis Pjöngyang

 


Am 30. Dezember 1900 erblickte Karl Steger in dem kleinen Ort Tröbes (Pfarrei St. Peter und Paul, Moosbach) unweit von Regensburg das Licht der Welt. Hier wuchs er in einer katholischen Familie auf. Hier in Tröbes verbrachte er seine Kindheit und Jugend. 1913 sind die Eltern nach Vohenstrauss (nördliche Nachbarpfarrei) gezogen, wo der Vater eine Anstellung als Lehrer fand. Die Familie nahm ihren Wohnsitz in Altenstadt; Altenstadt besitzt eine Simultankirche und ist eine Filiale der Pfarrei Maria Immaculata Vohenstrauss.

 

In seiner Gymnasialzeit hatte er seinen Militärdienst geleistet. Das Bild zeigt Karl in seiner Gymnasialzeit als Soldat (1917).

 

Nach Erlangung der Hochschulreife trat Karl in die Benediktinerabtei Schweiklberg ein. Er wurde in das Noviziat aufgenommen und erhielt den Ordensnamen Gregor. Nach Ende des Noviziates legte am 11. Juli 1922 ebenda die einfache Profeß (zeitliche Gelübbe) ab. Die feierliche Profeß (ewige Gelübde) folgte am 12. Juli 1925, ebenfalls in Schweiklberg. Der Passauer Diözesanbischof Sigismund Felix Freiherr von Ow-Felldorf (1855-1936) weihte ihn am 11. Juli 1926 in der Schweiklberger Abteikirche zum Priester.


Von St. Ottilien aus wurde Pater Gregor am 21. April 1930 nach Tokwon (Korea) in die Missionen ausgesandt. Der junge Benediktiner war seit 1931 seelsorglich tätig als Kaplan, dann als Pfarrer und Superior auf der Station Yongheung (Ryondschong) im Gebiet von Wonsan/Tokwon. Er schuf durch seinen großen Eifer eine blühende Christengemeinde.

 

Pater Gregor hielt immer einen intensiven Kontakt zu seiner Heimat und schrieb viele Briefe.


DIE VERÖFFENTLICHUNGEN DER BENEDIKTINERMISSIONARE IN TOKWON
(P. Gegor Steger)
Dr. P. Adelhard Kaspar OSB, Münsterschwarzach


Die Abtei zum hl. Kreuz in Yenki wurde von den Kommunisten am 20. Mai 1946, die Abtei St. Benedikt in Tokwon am 9. Mai 1949 unterdrückt. Die Daten bedeuten das Ende einer aufbauenden Missionsarbeit. Die Stationen sind zerstört und ihrem Zweck entfremdet, die Gemeinden sind geschlagen und zerstreut. Am Leben ist nur der Same, der aus dem Wort in den Herzen Wurzeln geschlagen hat. Das Wort aber nahm seinen Weg nicht nur durch das lauschende Ohr, es bot sich auch dem lesenden Auge dar in den Hunderttausenden von Exemplaren der Bücher und Kleinschriften, welche die Missionare von Tokwon und Yenki ihren Gläubigen zur Verfügung stellten. Das literarische Werk der Benediktiner-Missionare in Ostasien ist eine Leistung, die es verdient, in einer Gesamtschau dargestellt zu werden, um so der Vergessenheit zu entgehen. Die Einzelheiten des folgenden Aufsatzes verdanke ich teils eigenen Notizen, die ich während meines Koreaaufenthalts von Juli 1940 bis Januar 1941 aufzeichnete, teils der mündlichen und schriftlichen Information durch die Verfasser selbst und jene Mitbrüder, die um die Materie wissen. Leider war es in manchen Fällen nicht mehr möglich, ganz genaue Angaben beispielsweise über Auflagenhöhe, Erscheinungszeit oder ähnliches zu machen. Vielleicht fällt bei der Lektüre dem einen oder anderen der Beteiligten noch manches ein, ich wäre für eine Mitteilung sehr dankbar.


KATECHETISCHE UND HOMILETISCHE WERKE

P. Gegor Steger (T)


Über Magistri, Handbuch für den Katechisten. Der „Liber magistri" war in drei Bänden vorgesehen nach den Haupt stücken des Katechismus. Die ersten beiden Bände waren schon länger erschienen und im Handel. Mit dem 3. Band gab es Schwierigkeiten, da die Japaner nicht mehr erlauben wollten, daß in koreanischer Sprache Bücher gedruckt würden. Schließlich konnte die koreanische Drucklegung doch noch erreicht werden. Als man daran war, den 3. Band zu binden, mußte auf kommunistischen Befehl mit den anderen Werkstätten auch die Buchbinderei geschlossen werden. Die Katechesen des „Liber magistri" waren nach der „Münchner" (psychologischen) Methode gearbeitet.


Im April 1950 wurde er als Feind des Kommunismus von den koreanischen Kommunisten verhaftet und ins Gefängnis nach Wonsan, dann nach Pyongyang gebracht, wo er an großen Entbehrungen zu leiden hatte, gefoltert und ermordet wurde. Zwei weitere deutsche Missionspriester wurden am gleichen Tag im selben Gefängnis ermordet. Sie starben als Feinde des Kommunismus, als Glaubenszeugen. St. war zunächst zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt worden. (Quelle: Zeugen für Christus v. Helmut Moll)


Endlich, am Abend des 5. August, werden wir abtransportiert. Aber leider — und das ist uns ein bitterer Abschied — unser Vater Abt-Bischof, P. Prior Lucius Roth, P. Rupert Klingseis, P. Dagobert Engk, P. Gregor Steger, Br. Josef Grahamer und Br. Gregor Gilg müssen als „Schwerverbrecher" zurückbleiben. Sie durften schon in diesen Tagen ihre Zelle nicht verlassen, aber wir konnten doch hie und da heimlich mit ihnen reden. Ferner konnten wir aus dem Meßkoffer die heiligen öle herausnehmen und P. Gabriel erteilte Vater Abt in seiner Zelle die heilige Ölung, weil er schon sehr geschwächt war. Bei unserem Abschied schauen sie uns wehmütig nach. Wir trösten sie, daß sie sicherlich bald zu uns kommen würden. Wir geben ihnen noch durch den Schlitz der Zellentüre den letzten Segen. Es ist in harter Abschied. (Von da ab konnten wir nichts mehr von unseren Mitbrüdern erfahren während unserer ganzen Gefangenschaft, obwohl wir immer wieder nach ihrem Schicksal fragten und bettelten, man möge sie zu uns bringen. Erst nach unserer Rückkehr in die deutsche Heimat im Januar 1954 erfuhren wir, daß Vater Abt-Bischof am 7. 2. 1950 und Pater Rupert Klingseis am 6. 4. 1950 im Gefängnis ihren Leiden erlegen seien. Von den übrigen Sechs haben wir bis heute nichts erfahren. Aber wir sind überzeugt, daß sie wohl im Oktober 1950, als die nordkoreanischen Truppen wegziehen mußten, zusammen mit anderen Gefangenen von den koreanischen Kommunisten erschossen wurden.)

Quelle: Schicksal in Korea (P. Eligius) 

 

 

Pater Gregor Steger OSB

Abteilung für Selig- und Heiligsprechungen
Bistum Regensburg

 

Pater Gregor Steger wurde am 30. Dezember 1900 in der kleinen Ortschaft Tröbes (Pfarrei Moosbach/Oberpfalz), Diözese Regensburg, als Sohn des Lehrerpaares Johann und Annna Steger geboren. Seine frommen Eltern gaben ihm bei der Taufe den Namen Karl. Hier in Tröbes verbrachte er seine Kindheit und Jugend, bis 1913 seine Eltern, bedingt durch die Versetzung des Vaters, ihren Wohnsitz nach Altenstadt verlegten. Seine Gynmasialstudien begann er 1912 in Regensburg, setzte sie fort in Schweiklberg und absolvierte in Passau.


Anschließend trat Karl in die Abtei Schweiklberg ein und erhielt hier den Ordensnamen Gregor. Am 11. Juli 1922 legte er die einfachen, am 12. Juli 1925 die ewigen Gelübde (Profess) ab. Der Passauer Bischof Sigismund Felix von Ow (1855-1936) erteilte ihm am 11. Juli 1926, dem Hochfest des Hl. Benedikt, in der Abteikirche zu Schweiklberg die Priesterweihe. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung feierte er am 25. Juli 1926 in der Pfarrkirche zu Vohenstrauß sein erstes heiliges Messopfer.


Als junger Pater wirkte Gregor Steger zunächst als Lehrer an der Klosterschule Schweiklberg, bis er am 21. April 1930 von den Ordensoberen in St. Ottilien das Missionskreuz für Tokwon (Korea) erhielt. Nach einjährigem Sprachstudium und Vorbereitung für die Missionsseelsorge erhielt P. Gregor seine erste Stelle als Kaplan in Yonghung (Eiko).

 

Später wurde er Pfarrer und Superior von Yonghung und konnte dort durch seinen Eifer eine blühende Christengemeinde wachsen sehen, wobei er die ihm anvertrauten Seelen, Kinder ebenso wie Erwachsene, durch seinen hervorragenden katechetischen Unterricht zu fesseln und für Christus zu begeistern verstand. Die Aufzeichnungen und Methoden seines Unterrichts  gab P. Gregor als Katechismus in koreanischer Sprache heraus.


Im April 1949 begann der Leidensweg des eifrigen Missionars. P. Gregor Steger wurde zusammen mit seinen Mitbrüdern auf der Missionsstation verhaftet, nachdem er zuvor sowohl durch seine Predigten als auch durch seine Katechesen als entschiedener Gegner der kommunistischen Weltanschauung bekannt geworden war. Man brachte ihn ins Gefängnis nach Wonsan und von dort in die nordkoreanische Hauptstadt Pyongjang, wo er große Entbehrungen (er war bis auf die Knochen abgemagert) mit Folter zu erleiden hatte und zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Am 9. Mai 1949 beschlagnahmte die nordkoreanische kommunistische Regierung schließlich auch die Abtei Tokwon und zerstörte sie. In der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 1950 wurde P. Gregor Steger durch einen Genickschuss als unerschrockener Verkündiger der christlichen Glaubenslehre für seinen Glauben an Christus ermordet.

 

1954 kamen die Überlebenden aus Nordkora nach Deutschland.

Damit verbreiteten sich die Todesnachrichten, aber auch die Unsicherheiten.

Hier (in einem PDF-Dokument) der Brief von Erzabt Chrysostomus Schmid OSB (St. Ottilien) an Herrn Georg Klug, dem Schwager von Pater Gregor; sowie ein Brief eines Überlebenden, Pater Honoratus Millermann OSB (Schweiklberg).


Trotz häufiger Nachforschungen galt er zunächst mit seinen Mitbrüdern seit Herbst 1949 als verschollen. Später erfuhr man aus Nachrichten alliierter amerikanischer Truppen, die in Pyongjang inhaftierten Gefangenen seien nach Yongsang transportiert worden, nachdem im Oktober 1950 der Koreakrieg ausgebrochen war und die Alliierten fast bis an die Nordgrenze Koreas gelangten. So fand man dort die sterblichen Überreste P. Gregors neben vielen anderen Hingerichteten in einem Massengrab bestattet.

 


Das Leben und das Sterben P. Gregor Stegers wollen uns als Vorbild dienen, Menschen für Christus zu begeistern und auch unter schwierigen Verhältnissen unerschrocken für die Wahrheit Jesu und die Rechte der Kirche einzutreten. An seinem Vorbild können wir die Kraft finden, einer Umgebung, die dem Glauben fremd, gleichgültig oder gar feindlich gegenübersteht, die Schönheit der katholischen Glaubenslehre zu verkünden, sie freimütig zu bekennen und eifrig zu verbreiten.


Das Beispiel P. Gregors als unermüdlicher Katechet und eifriger Seelsorger, besonders aber sein Sterben als Zeuge Christi ermutigen dazu, ihn in unseren Anliegen vertrauensvoll als Fürsprecher bei Gott anzurufen. Als Missionar, der sein Leben für Christus hingegeben hat, bleibt er uns nahe und wird unsere Gebete und Bitten vor Gott tragen.2

 

2„Pater Gregor Steger OSB“. Hg.: Abteilung für Selig- und Heiligsprechungsprozesse beim Bischöflichen Konsistorium der Diözese Regensburg.

 

 

Gebet aus Anlass einer Novene


Allmächtiger Gott, du hast deiner Kirche Pater Greger Steger als Missionar geschenkt, der mit unermüdlichem Einsatz für die Ausbreitung des Evangeliums in Korea gewirkt hat. Im Dienst der Frohen Botschaft hat er sein Leben hingegeben. Wir bitten dich, lass die Glut des missionarischen Eifers in deiner Kirche nie erlahmen. Hilf, dass die Menschen in Korea, aber ebenso im ganzen asiatischen Osten die Wahrheit Christi erkennen. Gib uns den Mut, glaubens- und kirchenfeindlichen Systemen die Botschaft des Evangeliums entgegenzuhalten. Öffne allen, die dich suchen, besonders aber den Kindern und Jugendlichen das Ohr, damit sie mit bereitem Herzen die Schönheit des Glaubens, die ihnen durch Katechese und Unterricht nahe gebracht wird, annehmen und mit der Kraft des Heiligen Geistes in ihrem Leben verwirklichen. Segne das Wirken aller Missionare, damit sich das Reich Christi auf Erden immer weiter ausbreite.


Im Vertrauen auf deine Macht bitten wir dich, gütiger Gott, gewähre uns auf die Fürsprache Pater Gregor Stegers die Gnade…, die wir dich innig bitten. Durch Christus unseren Herrn. Amen.

 

Worte von P. Gregor Stegers OSB:

 

„Es ist ein Feuer in mir, vor dem jede Mutlosigkeit schwindet.“

„Das verspreche in unserem Herrgott: Ich will arbeiten für ihn, wenn auch die Füße dick werden wie bei Pferden, die Langholz jahraus, jahrein fahren müssen.“

 

 

 

 

verschiedene Zeitungsberichte - in einem Dokument: hier

 

die Zeitungsberichte im einzelnen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeugnisse früher Verehrung:

 

 

 

  • In der Pfarrkirche in Vohenstrauß, die 1928 fertig gestellt wurde, ist Pater Gregor Steger im Kuppelgewölbe dargestellt, wie er einem Täufling die Taufe spendet.

 

  • Zu seinem 50. Todestag wurde in der Pfarrkirche Vohenstrauß im Dezember 2000 eine Gedenktafel angebracht und von Bischof Manfred Müller gesegnet. Hier sehen Sie ein Bild von der Gedenktafel. Hier können Sie weitere Bilder in der Bildergalerie sehen.

 

  • Am 18. November 2001 wurde auf dem Kirchplatz der Filiale Altenstadt bei Vohenstrauß (dem Wohnort der Familie Steger) für den Märtyrer ein Gedenkstein (Granitfindling) errichtet und durch den Abt von Schweiklberg eingeweiht. Bildergalerie

 

 

  • Dankansprache von Herrn Ministerialbeauftragten i. R. Georg Klug nach dem Festgottesdienst in Altenstadt/Voh. am 18.11.2001 anläßlich der Weihe des Gedenksteins für Pater Gregor Steger OSB.

 

  • Von der Diözesanstelle für Selig- und Heiligsprechungen der Diözese Regensburg wurde ein vierseitiges Gebetsbildchen herausgegeben; dieses enthält ein Lebensbild, einige Aussagen von Pater Gregor und ein Gebet aus Anlass einer Novene (siehe oben).

 

  • Am 10. Mai 2007 hat der Abt der südkoreanischen Abtei Waegwan den Abt der nordkoreanischen Abtei Tokwon gebeten, einen Prozeß der Seligsprechung für die in den Jahren 1949 bis 1952 wegen ihres Glaubens zu Tode gekommenen Patres, Brüder und Schwestern des Abteigebietes Tokwon in die Wege zu leiten. Damit wurden die kirchenrechtlichen Schritte eingeleitet. Zur Zeit läuft die sogenannte Informativ-Phase: die vorbereitende Phase des Prozesses. Zu dieser Gruppe der Kandidaten gehört auch Pater Gregor Steger. Er ist somit Kandidat für ein Seligsprechungsverfahren. (Pater Willibrord Driever OSB, St. Ottilien).

 

 

Steckbrief


Ordensname: Gregor
Nachname: Steger
Geboren: am 30. Dezember 1900
Geburtsort: Tröbes bei Regensburg
Professort: Abtei Schweiklberg
Profess: 11. Juli 1922
Ewige Profess: 12. Juli 1925
Priesterweihe: 11. Juli 1926
Aussendung: 21. April 1930
Todestag: 3. Oktober 1950

Todesort: Gefängnis Pjöngyang
Todesart: Hinrichtung durch Erschießung

 

 

 

 

 


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