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Pater Kunibert (Blasius) Ott, Missionsbendiktiner

* 2. Juli 1912 Edelstetten (Lkr. Günzburg); † 14. Juni 1952 Gefängnis Oksadok



Blasius Ott wurde am 2.7.1912 in Edelstetten bei Krumbach, das zum Bistum Augsburg gehört, geboren. Seine Eltern waren der Landwirt Michael Ott (1917 gefallen) und Josefa, geb. Fischer. Blasius wuchs mit sieben Geschwistern auf, eine leibliche Schwester trat in Ursberg ins Kloster ein, wo sie den Namen Sr. M. Luitraud erhielt; sie war eine hervorragende Pädagogin und Ordensfrau. O. kam 1923 ins Seminar St. Ottilien und absolvierte in Dillingen an der Donau 1933 das Abitur.

(Die ehemaligen Schüler des Kollegs halten Verbindung zum ehemaligen Kolleg und zur Erzabtei St. Ottilien in den Ehemaligentreffen.)

Frater Kunibert hat am 14.5.1934 die erste Profeß abgelegt und wurde - wegen der politischen Verhältnisse - nach der feierlichen Profeß am 29.8.1937 nach Tokwon ausgesandt, wo er sein Theologiestudium (zuvor in St. Ottilien und München) fortsetzte und dort am 30.4.1939 zum Priester geweiht wurde.

 

 

 

 

(Nach der Priesterweihe von zwei koreanischen Mitbrüdern: Abtbischof Bonifacius Sauer, Frater Kunibert Ott als Diakon, oben rechts)

 

 (Priesterweihe von Pater Kunibert Ott am 30.4.1939 in Tokwon)

 

 

 

Bei der Unterdrückung Tokwons kam er aus Haß auf den christlichen Glauben ins Gefängnis nach Pjöngjang und von dort nach Oksadok, wo er am 28.6.1952 den Hungertod gestorben ist. Einzeldaten und Berichte über seine Tätigkeit in Tokwon als Priester fehlen auf Grund der Nachrichtensperre. Quelle: Zeugen für Christus v. Helmut Moll:


Die Müdigkeit war unbeschreiblich, wenn man im Sommer bei 30 Grad Celsius 12 bis 14 Stunden arbeitete, oft an Steilhängen, wo man kaum stehen konnte. Dabei hatten wir ständig Durst. Pater Kunibert Ott, der wegen Schwäche schon nicht mehr mitarbeiten konnte, schleppte für unsere Fünfminutenpause immer Eimer mit ungezuckertem Wermuttee. Es war uns eine große Labe. Bruder Eusebius, früher ein Hüne an Kraft, klagte über Schwindel. Hannes ließ ihn schließlich zum Lager hinuntergehen. Als wir heimkamen, war er tot. Er hatte seine letzte Kraft für die Gemeinschaft eingesetzt.( Quelle: Mein Weg mit Gott  /  Gertrud Link)

 


Bericht unserer Lagerärztin Dr. Diomedes Meffert O.S.B.:


H. P. KUNIBERT OTT war einer aus der jüngsten Generation unserer Priester. Er war wegen Gefahr des Einzugs zum Kriegsdienst mit einigen seiner Mitbrüder schon als Kleriker nach Korea ausgesandt worden, hatte dort seine Studien vollendet und empfing auch dort die heilige Priesterweihe. Obwohl er etwas lungenschwach war, hielt er sich zuerst im Lager gesundheitlich gut aufrecht und wir kannten ihn alle als den frohgemuten, stets zum Lachen bereiten Fuhrmann. Es scheint, daß ihn die Strapazen von Manpo mürbe gemacht hatten, denn nachdem wir von dort zurückgekehrt waren, mußte er mehr oder minder immer unter die Kränklichen gezählt werden. Er war zeitweise stark geschwollen und litt unter schweren Herzbeklemmungen. Trotzdem war er unermüdlich an der Arbeit. Er hatte sich in heroischer Weise zur Feindesliebe und zur Politik der Versöhnlichkeit durchgearbeitet, und deshalb wählte ihn unsere Gemeinschaft zum Hauptverantwortlichen, nachdem H. P. Eligius sein Amt niedergelegt hatte im Jahre 1951. Man glaubte auch, ihn durch dieses Amt leichter schonen zu können. Selbst der Kommandant, der P. Kunibert auf seine Weise auch schätzte, sprach diese Hoffnung aus. Leider erfüllte sich diese Hoffnung nicht, denn einesteils war H. P. Kunibert kaum zu bewegen, sich in irgendeiner Weise zu schonen (wie oft hat er, um Atem ringend, den Feldarbeitern das schwere Essen auf die Berge getragen), andererseits wurde er wegen seiner Bereitwilligkeit und Gutmütigkeit von den Polizisten bis aufs Blut ausgenützt. Trotz seines körperlichen Elendes blieb er immer ruhig und froh und sein helles, fast kindliches Lachen klang oft durch die ganze Kolonie. Wie fehlte uns das, als er nicht mehr war. Ich hielt seine Krankheit für eine schwere Herz-Beriberi. Nach zwei starken Anfällen erhielt er die heilige Ölung, etwa adu Tage vor seinem Tode. Eine Stunde später lief er im Lager umher, lachte alle Leute an und sagte: „Sollen sehn, jetzt geht's wieder aufwärts." Statt dessen ging es abwärts. Am Freitag, den 13. Juni, war an ihm die Reihe zu zelebrieren. Er tat es, ohne daß ich davon wußte, zwei Stunden später erbrach er Magenblut und legte sich mit heftigen Oberbauchschmerzen nieder. Als ich kam, sagte er: „Diesmal schaff ich's." Er meinte den Übergang ins Jenseits. Ich beruhigte ihn und meinte, die Gefahr könne nochmals vorbeigehen, aber er behielt recht. Den Tag über litt er sehr und nachts zwang er sich bis zum äußersten, um seine Mitbrüder nicht zu stören. Trotzdem mußte er mich um ein Uhr rufen lassen und früh um halb sechs Uhr am 14. Juni, gerade vor Beginn der heiligen Messe, hatte er ausgelitten. Sein Tod hat eine unausfüllbare Lücke in unserer Gemeinschaft hinterlassen.

 

 

 

 

Plan des Lagers Oksadoks

(Plan vergrößern)

 

1954 kehrten die überlebenden in die Heimat zurück und fertigten diese Skizze der Gräber an. (Skizze vergrößern)

 

 

 

 

Geographic features & Photographs around Oksdaok, in Chang-do, North Korea

 

 Oksadok bei Chonchon

 

 

 

Aus der Pfarrei Edelstatten traten zwei junge Männer als Missionsbenediktiner in die Erzabtei St. Ottilien ein.

Pater Kunibert Ott, der den Tod eines Märtyrers erlitt, erhielt eine Gedenktafel in der Pfarrkirche von Edelstetten.

Pater Kunibert wird bei Unwetter gerne um seine Fürsprache angerufen.

Bis jetzt blieb Edelstetten von Unwetter verschont, so das Zeugnis eines Bewohners dieses Ortes.

 

Pfarrkirche Edelstetten.

Neben der in die Wand eingelassenen Gedenktafel gibt es ein schönes Foto von Pater Kunibert.

Das Foto stammt aus dem Bildarchiv der Erzabtei St. Ottilien.

Es zeigt den jungen Mönch von seiner Ausreise nach Korea.

 

 

 Der Märtyrer Pater Kunibert wird in der Pfarrei Edelstetten um seine Fürsprache angerufen.

 


Steckbrief


Ordensname: Pater Kunibert
Nachname: Ott
Geboren: am 2. Juli 1912
Geburtsort: Edelstetten (Lkr. Günzburg)
Professort: St. Ottilien
Profess: 14.5.1934
Ewige Profess: 29.8.1937
Priesterweihe: 30.4.1939
Aussendung: 29.8.1937
Gestorben: am 14. Juni 1952
Todesort: Gefängnis Oksadok
Todesart: Unterernährung

 

 

Ausstellung in Dillingen. Märtyrer des Bistums Augsburg im 20. Jahrhundert. Pater Kunibert Ott als Schüler des Dillinger Gymnasiums

 

Zeitungsartikel: Der Kreuzweg des Missionars. Christenverfolgung. Mit der baldigen Seligsprechung des aus Edelstetten stammenden Missionars wird gerechnet: hier

 


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