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Bruder Eugen (Michael) Ostermeier, Missionsbenediktiner
* 17. September 1885 München; † 14. September 1949 Gefängnis Oksadok

 

 

 

 

Michael Ostermeier wurde am 17. September 1885 in München (St. Ludwig/St. Ursula) geboren. Seine Eltern waren der Landwirt Josef Ostermeier und Kreszentia. Er besuchte die unteren Klassen des Gymnasiums in Donauwörth und München, gab aber nach der vierten Klasse auf und widmete sich dem Kaufmannsberuf. Aus einer tief religiösen Familie stammend, führte er einen streng sittlichen Lebenswandel, wie ihm allseits bestätigt wurde. Ende 1904 trat er als Brüderkandidat in St. Ottilien ein und wurde Br. Eugen. Die Profeß legte er am 3. Februar 1907 in St. Ottilien ab. Die ewige Profeß folgte am 3. Februar 1910. Am 1. September 1912 wurde er nach Seoul ausgesandt.

 

 

 

 

 

 

 

 


Bruder Eugen wurde in St. Ottilien als Gärtner ausgebildet. In Seoul erwarb er sich große Verdienste durch Anlegung und Pflege eines größeren Weingartens.

 

(Im Hintergrund das 1909 gegründete Kloster in Seoul, im Vordergrund der von Br. Eugen Ostermeier angelegte Weingarten.)

 

(Drei Koreaner helfen Br. Eugen, rechts, bei der Weinernte, Seoul)

 

So konnte es geschehen, daß während des Zweiten Weltkrieges Tokwon, wo er sich wiederum dem Weinbau widmete, sämtliche Priester in Korea mit Meßwein versorgt werden konnten, während alle anderen Quellen für Meßwein versiegt bzw. ausgesperrt waren.

 

Aus Haß auf den christlichen Glauben wurde er in das Gefängnis von Pjöngjang und später in das Konzentrationslager Oksadok verbracht. Bruder Eugen starb am 14. September 1949 (Fest Kreuzerhöhung) im Lager Oksadok.


Die vier Brüder Paschal, Eugen, Gottlieb und der eben erst angekommene Januarius wurden von der deutschen Militärbehörde nach Tsingtau einberufen...


"Br. Eugen betätigte sich bis zur Übergabe der Festung als Sanitäter. Als solcher entging er der Gefangenschaft bei der Einnahme der Stadt durch die Japaner, konnte seine Sanitätsuniform wieder ablegen und  im Ordenskleid un¬gehindert über Tientsin und Mukden nach Seoul zurückkehren, wo er eines Tages zur großen Überraschung des Konventes heil und gesund eintraf. ...
Der (wie schon erwähnt) viel früher zurückgekehrte Br. Eugen konnte alsbald wieder seiner Arbeit als Gärtner nachgehen und legte noch während der Kriegsjahre rings an den Hängen um das Kloster Weinberge an, die bald reichen Ertrag brachten. Er begann auch mit der Herstellung von Meßwein, was ihm auch nach anfänglichen Schwierigkeiten gut gelang." (Quelle: Hwan Gab)

 

 

 ORA ET LABORA. Die Benediktinermönche mit ihren koreanischen Helfern bei der Anlage von Obstkulturen.

 

 

 

 

 

Bericht unserer Lagerärztin Dr. Diomedes Meffert O.S.B.:


Br. EUGEN OSTERMEIER kränkelte schon seit der Gefängnishaft. Zu an¬haltenden Arbeiten war er im Lager nicht mehr fähig. Er wollte aber zum Lebens¬unterhalt unserer Gemeinschaft beitragen und hatte sich in den Kopf gesetzt, aus  den um unser Lager munter rieselnden Bächlein Gold zu gewinnen. (Manche Gegenden in Korea haben goldhaltigen Sand.) Weil er auch schon 64 Jahre alt war, ließen ihn die Polizisten gern gewähren. Aber während er noch dabei war, sich eine Apparatur zu konstruieren, verschlimmerte sich sein Darmleiden zusehends. Längere Zeit sah der Zustand ruhrähnlich aus. Bakteriologische Untersuchungen waren unmöglich. Als dann aber die Kräfte rapid abnahmen und das Aussehen direkt tachektisch wurde, bekam ich Verdacht auf einen krebsartigen Dickdarmtumor, in dem mich auch eine Untersuchung in den letzten Lebenstagen bestärkte. Br. Eugen war so kindlich-fromm und hat sein Leben gern zum Opfer gebracht. Ich erinnere mich noch, wie sehr er sich freute, als die Schwestern am 12. September vor dem Sterbezimmer ein Mutter-Gottes-Lied sangen. Am Feste Kreuzerhöhung, dem 14. September 1949, ging er heim. Unter blauen Herbstastern, auf freiem Felde, wurde er aufgebahrt und wurde bei seinen toten Mitbrüdern am Berge beigesetzt.

 

 

 

Plan des Lagers Oksadoks

(Plan vergrößern)

 

1954 kehrten die überlebenden in die Heimat zurück und fertigten diese Skizze der Gräber an. (Skizze vergrößern)

 

 

Geographic features & Photographs around Oksdaok, in Chang-do, North Korea

 

Oksadok bei Chonchon

 

 

Frau Anna Ostermaier (eine direkte Nichte, Tochter des leiblichen Bruders Josef von Br. Eugen), Altötting, berichtet, daß nach Bekanntwerden des Todes des Märtyrers in seiner Heimatpfarrei St. Sylvester in München ein Requiem für ihn gefeiert wurde. Bei dieser Gelegenheit waren auch Mitbrüder aus St. Ottilien zugegen. Sie erzählten, daß durch die Arbeit von Br. Eugen während des zweiten Weltkrieges alle Priester im Abteigebiet von Tokwon mit Meß-Wein versorgt werden konnte.

 

 

Zum frommen Andenken an den Märtyrer wurde dieses Totenbildchen gedruckt.

 

 

 

Im Johannes-Evangelium lesen wir die ICH-BIN-Worte Jesu: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Rebzweige.

Br. Eugen war Gärtner und hat Weinberge im Kloster Seoul und im Kloster Tokwon angelegt: Wein als Tischgetränk, und Wein für die Feier der Eucharistie.

Die Trauben müssen gekeltert werden, sie werden zerstampft und ausgepreßt - bis auf's Letzte. Nur so kann der Wein gewonnen werden.

Br. Eugen war bereit, sich selbst bis zum Letzten zu geben.

"ER (Christus) mache uns auf immer zu einer Gabe, die dir wohlgefällt..." (Drittes Hochgebet).

"Gott, unser Vater, da wir das Mahl unseres Herrn bereiten,

lass uns begreifen, was die Speise seines Lebens war:

deinen Willen zu tun.

Gib uns den Mut, in sein Opfer einzugehen,

auf das auch uns aus der Hingabe an dich

die Kraft zum Leben komme." (Gabengebet, Messbuch, Seite 348).

Br. Eugen hat ernst gemacht mit der Feier der Eucharistie und sein Leben zu einer Eucharistie werden lassen.

Br. Eugen hat sich von Christus im Heiligen Geist zu einer Gabe an den Vater machen lassen.

So ist sein Leben fruchtbar geworden.

 

 

Bruder Eugen Ostermeier: Einer der sieben Koreanischen Märtyrer aus dem Erzbistum München und Freising. Ein Artikel aus der MKKZ.pfd

 

"Märtyrer aus München", in: Münchner Abendzeitung vom 18. Februar 2010: hier

 

Steckbrief


Ordensname:
Bruder Eugen
Nachname: Ostermeier
Geboren: am 17. September 1885
Geburtsort: München
Professort: St. Ottilien
Profess: 3.2.1907
Ewige Profess: 3.2.1910
Aussendung: 1.9.1912
Gestorben: am 14. September 1949
Todesort: Gefängnis Oksadok
Todesart: Dickdarmtumor

 


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