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Bruder Markus (Simon) Metzger, Missionsbenediktiner

* 26. Januar 1879 Monatshausen/Traubing b. Tutzing; † 3. August 1949 Gefängnis Oksadok



Simon Metzger wurde am 26.1.1879 in Monatshausen/Traubing unweit von Tutzing als unehelicher Sohn der Therese M., Dienstmagd in St. Georgen in Dießen, geboren. Er war sehr begabt. Ende 1897 trat er in St. Ottilien ein und wurde Br. Markus. Er erhielt die Profeß am 14.10.1900 in St. Ottilien und war dann von 1903 bis 1905 in Ostafrika, konnte jedoch das Klima dort nicht ertragen und kehrte zurück.


Am 7.1.1911 wurde M. nach Seoul ausgesandt. Dem dortigen Kloster diente er als Hausmeister. Endstation war das Gefängnis in Pjöngjang und das Lager in Oksadok, wohin er aus Gründen des Glaubens geworfen wurde. Dort ist er am 3.8.1949 an Unterernährung gestorben (Quelle: Zeugen für Christus v. Helmut Moll)


Wir bewohnten ein winziges Zimmerchen, ohne jede Ausstattung, und dort begannen wir nun das Notwendigste zu nähen und herzurichten. - Wir erhielten einige Sachen, Kleidungsstücke und Decken aus dem Tokwoner und Wonsaner Kloster, es kam eine Ladung Decken aus dem Seminar, Kleider aus der Theatergarderobe, Geschirr aus dem Gästespeisezimmer -, alles mögliche, nur nicht das, war wir wirklich gebraucht hätten. - Wir begannen zu trennen, zu waschen, zu nähen, pflegten die Kranken und kochten ihnen einen etwas leichter verdaulichen Brei aus Reis und Hirse, konnten aber trotz allem nicht verhindern, daß am 3. August Ehrw. Br. Markus starb. (Quelle: Schicksal in Nordkorea)

 

Bericht unserer Lagerärztin Dr. Diomedes Meffert O.S.B.:


Br. MARKUS METZGER war bereits stark geschwollen, als ich in das Lager kam. Durch die rege Bautätigkeit im Lager gab es kein stilles Plätzchen für ihn, nach dem er sich doch so sehnte, und in dem kleinen Raum der Lehmhütte war es ihm zu dumpf. So ließ er sich seine kleine Feldflasche füllen mit etwas, dem wir den Namen Kaffee gaben, und ging mit müden, langsamen Schritten zum Bach hinüber, wo er unter einer überhängenden Weide ein ruhiges Plätzchen entdeckt hatte, das ihm bot, was er suchte. Da brachte er den Tag in Ruhen und Beten zu und wurde nur bei den Mahlzeiten im Lager gesehen. Von Tag zu Tag nahmen die Schwellungen zu und die Kräfte ab; weil ihn die Beine nicht mehr tragen wollten zu seinem Lieblingsplätzchen, bezog er sein Lager auf allerhand Gerumpel in einem baufälligen Schuppen am „Dorfplatz". Das Essen mundete nicht, der Durst quälte furchtbar. Campher-Spritzen, das einzige Mittel, das vorhanden war, brachten kaum Erleichterung. In den letzten Tagen des Juli setzte bei ihm eine ganz starke Entwässerung ein. Das nahm die letzte Kraft in Anspruch. In seiner bescheidenen und feinen Art wollte er niemanden belästigen, wehrte heftig ab, wenn man ihn halten wollte und schleppte sich bis zuletzt hinters Haus. Am 2. August mußte  der alte Schuppen  »versetzt"  werden.  So  mußte er früh von zehn Uhr an in der Hütte bleiben. Der Tag war das reinste Martyrium für ihn. Abends war er noch ziemlich frisch und sehr lebhaft, als ich schlafen ging. Nach Mitternacht mußte er hinaus und versuchte es noch, wie immer, allein. Keuchend und stöhnend vor Schmerzen kehrte er zurück und brach vor der Hütte zusammen. Davon erwachte ich im Nebenzimmer, und als ich zu ihm eilte, war er schon „auf allen Vieren" zu seinem Lager gekrochen. Der Puls war Ganz schwach und raste. Eine Campher-Spritze hatte keine Wirkung mehr. Zehn Minuten später hielt ich ihn tot in den Armen. Wie sehr hatte er sich über die Nachricht gefreut, daß die Priester in den nächsten Tagen kommen würden: er sehnte sich ja so nach der heiligen Wegzehrung. Aber Gott berief seinen treuen Knecht schon vorher zu Sich. Er war bereits zu Grabe getragen, als am 6. August der letzte Transport unserer Gefangenen eintraf.

 

 

 

Plan des Lagers Oksadoks

(Plan vergrößern)

 

1954 kehrten die überlebenden in die Heimat zurück und fertigten diese Skizze der Gräber an. (Skizze vergrößern)

 

 

 

Geographic features & Photographs around Oksdaok, in Chang-do, North Korea

 

Oksadok bei Chonchon

 

"Zwei Benediktiner starben als Märtyrer", in: Starnberger Merkur vom 30./31. Januar 2010: hier

 

Steckbrief


Ordensname: Br. Markus
Nachname: Metzger
Geboren: am 26. Januar 1879
Geburtsort: Monatshausen/Traubing b. Tutzing
Professort: St. Ottilien
Profess: 14.10.1900
Ewige Profess: 5.4.1923
Aussendung: 30.3.1924
Gestorben: am 3. August 1949
Todesort: Gefängnis Oksadok

 

 


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