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Bruder Basilius (Martin) Hauser, Missionsbenediktiner
* 10. November 1886 Polling (Lkr. Mühldorf);  † 14. Februar 1950 Lager Oksadok

 

Bruder BasiliusMartin Hauser ist als unehelicher Sohn der Dienstmagd Theres Hauser (heimatberechtigt in München) am 10. November 1886 im Weiler Wald im "Königlichen Amtsgericht Mühldorf" geboren. Der Weiler Wald gehörte damals zur Expositur Polling, die damalige Expositur ist heute die Kuratie Mariä Heimsuchung Polling. Die damalige Expositur und heutige Kuratie Polling gehört heute zur Pfarrei Flossing und zum Pfarrverband Flossing.


Die Mutter Theresia (die Schreibweisen differieren) dürfte zwischen 1850 und 1860 in Oberneukirchen geboren sein und war die Tochter der Eheleute Josef, Sattlermeister, und Theresia Liebl, eine um 1825 in Oberneukirchen geborene Hauser; gemäß dem Trauungsbuch der Gemeinde haben die beiden 1876 oder 1877 in Oberneukirchen geheiratet.


Josef Liebl ist also der Stiefgroßvater von Martin und der Stiefvater seiner Mutter Theresia. Das "Arbeitsbuch für Martin Hauser", ausgestellt am 1. Mai 1901, nennt "Josef Liebl, Sattlermeister" als seinen Vormund.


Seine Mutter dürfte später geheiratet haben; denn 1910 unterschreibt sie für ihren Sohn Martin eine Erklärung gegenüber dem Kloster St. Ottilien mit dem Namen "Theresa Voggenthalter". Wie aus dem Arbeitsbuch hervorgehrt, verbrachte er seine längste Zeit in Inzell (1906-1910). Der Pfarrer von Inzell, Josef Scheurer (Pfarrer in Inzell von 1902 bis 1910), schreibt für ihn am 9. Oktober 1910 ein pfarramtliches Sittenzeugnis (Original.jpg), (Transskription.PDF), und Dr. F. Eckhard, praktischer Arzt aus Inzell, stellt am 28. September 1910 für ihn ein ärztliches Attest aus. So können wir annehmen, daß seine Mutter nach Inzell gezogen und dort einen Voggenthaler geheiratet hat.


Der "Sonn- und Feiertagsschul-Enlass-Schein" nennt ihn "Sohn einer Köchin"; er hat die Werktagsschule in Oberbergkirchen vom Mai 1892 bis Mai 1899, die Sonntagsschule bis Mai 1902 "mit genügendem Fleiße besucht" und "ein sehr lobenswürdiges Betragen gepflogen".


Bis zum 10. Lebensjahr sei er ein schwacher Knabe gewesen. Er war einige Jahre Ministrant. Als Bäckerlehrling wurde er von seinem groben Meister mit der Hundepeitsche so geschlagen, daß die Mutter ihm befahl, die Lehre abzubrechen.


Einige Jahre arbeitete er als Bäckergehilfe. Sein Arbeitsbuch weist folgende Zeiten und Orte auf:


April 1901 bis Juni 1905 in Oberbergkirchen;

Juni 1905 bis Dezember 1905 in Altötting;

März 1906 bis April 1906 in Übersee;

Mai 1906 bis Oktober 1906 in Eisenärzt;

Oktober 1906 bis November 1910 in Inzell.


Am 13. Januar 1908 wurde er zu Oberneukirchen in die Marianische Bruderschaft unter dem Titel und Schutze "Mariä vom guten Rat" aufgenommen. Am 8. April 1908 wurde er zu Inzell in die Bruderschaft zu Ehren des hl. Erzengels Michael aufgenommen (die Pfarrkirche ist dem Hl. Erzengel Michael geweiht). Außerdem liegt ein Aufnahme-Schein ohne Datum vor, daß Martin Hauser "im Jahre 1908 dem bei den P. P. Franziskanern in Ingolstadt errichteten Meßverbündnis einverleibt worden" ist. Ebenso ohne Datum ein Andachtsbild, daß Martin Hauser in den Wohltäter-Meßbund der Trappisten-Mission Mariannhill eingetragen wurde. Dies sind Hinweise auf seine gediegene Frömmigkeit. Es sei noch erwähnt, daß sich bei den Personalunterlagen auch ein Andachtsbild findet, welches darüber Auskunft gibt, daß ein gewisser + Josef Bichler in ebendiesen Wohltäter-Meßbund aufgenommen wurde. Wer war Josef Bichler? Vielleicht Martins Vater, den sein Sohn Martin in den Meßbund hat aufnehmen lassen?


In seinem Aufnahmegesuch vom 7. November 1910 (es ist dies der liturgische Gedenktag des hl. Willlibrord, eines Missionars und Benediktiners aus dem 7./8. Jh.), womit er um Aufnahme in St. Ottilien bittet, erwähnt er folgendes Ereignis: Vor einem dreiviertel Jahr wurde er eingeladen, bei einem Theaterstück mitzuwirken; nach Ausweis aller Dokumente muß sich dies in Inzell zugetragen haben. Das Theaterstück spielte in der Zeit der Christenverfolgung durch Kaiser Maximin und stellte das Martyrium des hl. Sebastian dar. Martin schreibt: "Mich als kleiner Mann traf das Los des hl. Pankratius. Dieses ging mir wohl auch zu Segen, von Neuem angefühlt, hege ich das Verlangen, ein großer Heiliger zu werden. Schon längers betags meines Vorhabens bin ich auch stets bereit dem Willen Gottes zu folgen." In Nordkorea sollte Martin als Bruder Basilius dann tatsächlich das Martyrium erleiden.


Im Herbst 1910 entschloß sich der Vierundzwanzigjährige, in St. Ottilien um Aufnahme zu bitten. Der Pfarrer von Inzell stellte ihm hinsichtlich seines religiös–sittlichen Lebens das beste Zeugnis aus, und so erhielt er die Zusage. Bei seiner Aufnahme in das Noviziat erhielt er den Ordensnamen Basilius und legte am 12. Oktober 1913 die Gelübde ab.

Dieses Foto zeigt Br. Basilius (Martin) Hauser als jungen Ordensmann; es dürfte entstanden sein nach seiner ersten Profeß und vor seiner Aussendung nach Korea.

Am 3. Mai 1914 wurde er nach Seoul ausgesandt. In Seoul und Tokwon war er der Koch des Klosters. Die Mönche sorgten für die Ausbildung des einheimischen Klerus und für die Hebung des sozio-kulturellen Niveau der Bevölkerung durch Erziehung und Unterricht, durch Werkstätten und Viehzucht und Landwirtschaft.


Aus Haß gegen Christus und gegen die Kirche planten die nordkoreanischen Kommunisten einen Angriff gegen das Benediktinerkloster Tokwon. Die Ausführung des genau durchdachten Planes begann in der Nacht vom 9. auf den 10. Mai 1949, als die Geheimpolizei die Abtei Tokwon besetzte und die Oberen abführte. Nach unseren Quellen wurde Br. Basilius zusammen mit dem deutschen Personal des Klosters (8 deutsche und 4 koreanische Patres und 22 deutsche Brüder) am 11./12. Mai 1949 auf Lastwagen abtransportiert und mit dem Zug nach Pyongyang verbracht; dort wurden sie auf verschiedene Gefängnisse verteilt. Im Juni 1949 wurde ein Teil der Brüder mit der Eisenbahn in das Internierungslager Oksadok abtransportiert, unter ihnen auch Br. Basilius. Dort stirbt Br. Basilius am 14. Februar 1950 an den Folgen der Lagerhaft.
P. Willlibrord Driever OSB
Vizepostulator



Bericht unserer Lagerärztin Dr. Diomedes Meffert O.S.B.:


Br. BASILIUS HAUSER machte in der ersten Zeit, bis die Schwestern die Lagerküche übernahmen, mit einem Mitbruder zusammen den Koch. Die Gefängniszeit war auch an ihm nicht spurlos vorübergegangen, und die schlechte Kost schwächte auch ihn. Sonnig und frohgemut wie er war, griff er nun, seines langjährigen Amtes entledigt, bei den Bauarbeiten zu, schleppte Steine, reichte den Zimmerleuten an und mischte, mit den Füßen tretend, den Lehm mit Wasser für den Verputz. Wie jeder, wollte auch er nach Kräften bei den gemeinsamen Arbeiten dabei sein; aber sein Eifer war so groß, daß seine Beine zu schwellen begannen und er müde und apathisch wurde. Aber es war da scheinbar schon zu spät. Obwohl er sich von Weihnachten ab ganz schonen konnte, nahm die Haut-Wassersucht mehr und mehr zu. Vom Beginn des Jahres 1950 ab kam es auch zu Bauchwasser. Er litt furchtbar unter Beklemmungen und Durst. Und die Lagerkost war wenig bekömmlich für solche Kranke. Oft seufzte er: »Darf man nicht mal ein krankes Hühnle schlachten? Ein Hühnersüpple, das möcht' i'." Aber die kranken Hühner mußten sterben, ohne ihren Zweck zu erfüllen; sie durften nicht geschlachtet werden. Und unsere lieben Kranken mußten verzichten... Unter unsäglichen Qualen — wir hatten weder wassertreibende Mittel noch Instrumente zur Punktion — ging unser guter Bruder Basilius am 14. Februar 1950 in die ewige Heimat. (Quelle: Schicksal in Nordkorea)

 

Plan des Lagers Oksadoks

(Plan vergrößern)

 

1954 kehrten die überlebenden in die Heimat zurück und fertigten diese Skizze der Gräber an. (Skizze vergrößern)

 

 

Geographic features & Photographs around Oksdaok, in Chang-do, North Korea

 

Oksadok bei Chonchon

 

kurzgefaßte Chronologie seines Lebens: Wann? Was? Wo? hier

 

 

 

 

 

Bruder Basilius Hauser: Einer der sieben Koreanischen Märtyrer aus dem Erzbistum München und Freising. Ein Artikel aus der MKKZ.pfd

 

 

 

Steckbrief


Ordensname: Br Basilius
Nachname: Hauser
Geboren: am 10. November 1886
Geburtsort: Polling (Lkr. Mühldorf)
Professort: St. Ottilien
Profess: 12. Oktober 1913
Aussendung: 3. Mai 1914
Gestorben: am 14. Februar 1950
Todesort: Lager Oksadok
Todesart: Unterernährung

 

 

Bildergalerie der Kuratie Mariä Heimsuchung Polling

 

Bildergalerie des Weilers Wald

 

"Die Seligsprechung der Märtyrer von Tokwon. Bruder Basilius Hauser Hauser aus Polling starb zusammen mit 37 weiteren Benediktinermönchen in einem Gefängnis in Pöyngyang", Alt-Neuöttinger Anzeiger vom 30. Januar 2010/Nr. 24, Seite 9: hier


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